Eine Ostfriesin in den Bündner Bergen entdeckt das Schreiben
Nicole Ottersberg kommt aus dem Ostfriesland an der Nordsee. Keine Berge weit und breit. Doch vor einigen Jahren hat es sie als Reiseleiterin mit einer Gruppe in die Bündner Berge verschlagen und die Berge – und ein gewisser Mann – haben sie nicht mehr losgelassen. So wurde die heute 42-Jährige zur «Ostfriesin in den Bündner Bergen», wie sie sich selber gerne nennt. Sie liess sich in Savognin nieder und begann zu schreiben. Was für ein Stil das ist, weiss sie selber nicht so genau. So etwas wie Poetry Slam aber doch etwas anderes. «Gedichte in einer modernen Form», meint sie gegenüber «suedostschweiz.ch».
«Kontakt» von Nicole Ottersberg
Ich stehe an einer KreuzungIch finde meine Mitte nichtWelchen Weg soll ich gehen?Welche Saat soll ich säen?
Ich muss lernen, mich selbst zu liebenOhne mich zu verbiegenDann finde ich die richtigen WorteUnd es öffnet sich eine Pforte.
Die Therapie der Worte
«Das Schreiben ist für mich Therapie. Ich verarbeite Dinge, die mich beschäftigen, indem ich sie niederschreibe», erzählt Ottersberg. «Manchmal sind es aber auch einfach Erinnerungen, über die ich schreibe. Also es sind nicht nur negative Themen.» Das sei nicht immer einfach. Es könne auch mal Stunden oder einen ganzen Tag dauern bis ein Werk fertig sei.
Ottersberg nimmt das jeweils wie es kommt. Sie sei auch nicht permanent am Schreiben. Manchmal mehr, wenn sie das Bedürfnis danach habe, und manchmal weniger. «Vielleicht schreibe ich irgendwann auch mal ein kleines Buch», meint sie. Ein anderes Projekt, das sie gerne mal verwirklichen möchte, ist eines mit der Bündner Sängerin Saskia Demarmels.
«Sie hat eine supercoole Stimme. Da dachte ich mir, aus einem meiner Texte könnte man ja mal ein Lied machen und aufnehmen», erzählt Ottersberg. Sie hätten auch schon Kontakt gehabt. «Leider hatte sie dann zeitlich keine Kapazität neben ihrer Ausbildung, weshalb wir das aufschieben mussten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.»