Eine Kältephase mit Folgen
Von Felix Blumer*
April und Mai 2021 waren so kalt wie seit Jahren nicht mehr. Weil auch die zweite Hälfte des Jahres 2020 nicht sehr warm war, ging das gleitende Mittel der Jahrestemperatur auf der Alpennordseite bis Ende Mai um rund 1,3 Grad zurück. Auf dem Säntis betrug der Rückgang innerhalb eines Jahres sogar 1,8 Grad.
In den letzten Monaten war es kalt wie seit Jahren nicht mehr. Der April war an vielen Orten der kälteste seit 20 Jahren. Der Mai war stellenweise der kälteste seit 1987, und auch die ganze Frühjahrssaison war lokal so kalt wie seit 1987 nicht mehr. Zusammen mit einer eher verhaltenen zweiten Jahreshälfte 2020 wirkt sich nun die Abkühlung auch auf die gleitende Jahresmitteltemperatur aus.
Letzte zwölf Monate 1,3 Grad kühler als die vorletzten
Vergleicht man die Periode Juni 2020 bis Mai 2021 mit der Periode Juni 2019 bis Mai 2020, so waren die letzten zwölf Monate auf der Alpennordseite im Schnitt satte 1,3 Grad kühler als die zwölf Monate zuvor. In Basel, Bern und Genf liegt die Differenz überall bei knapp 1,3 Grad, und in Zürich beträgt die Differenz fast 1,5 Grad. Ganz krass ist die Situation auf dem Säntis mit einem Temperaturrückgang von mehr als 1,8 Grad oder in absoluten Zahlen von einer Durchschnittstemperatur von +0,92 Grad Ende Mai 2020 auf –0,91 Grad Ende Mai 2021. Auch im Süden ging das gleitende Jahresmittel von Ende Mai 2020 bis Ende Mai 2021 um mehr als 1 Grad zurück. In Lugano beträgt der Wert nicht ganz 1,1 Grad.
Gleitende Jahrestemperatur letztmals 2017 tiefer
Auf der Alpennordseite war die Temperatur über zwölf aufeinanderfolgende Monate gesehen letztmals Ende September 2017 ähnlich tief und an den meisten Orten Ende Februar 2017 eindeutig tiefer. Auf dem Säntis lag das gleitende Jahresmittel letztmals Ende März 2018 tiefer.