Eine Anlage, die neidisch machen könnte
Hanspeter Ambühl, Präsident der Schiesskommission, war zu Recht stolz auf das, was in gemeinsamer Arbeit erreicht worden war. Im November 2018 erfolgte nach intensiven Planungsaerbeiten die Baueingabe für die neue Jagd-Schiessanlage. Immer wieder tauchten neue Herausforderungen auf, mussten neue Hindernisse überwunden werden. So stand beispielsweise der Lärmschutz – in der Nähe befindet sich ein Wohnhaus – hoch im Kurs: Es wurden verschiedene Varianten ausprobiert, worauf man schlussendlich zum Schluss kam, die gesamte Anlage um 90 Grad zu drehen. Ein weiterer Fokus lag auf der Altlastensanierung des Bodens sowie dem Gewässerschutz. Auch diese Herausforderungen konnten schlussendlich mehr als zufriedenstellend gelöst werden. Zu herausfordernder Letzt wurde dann auch noch festgestellt, dass sich die Anlage in einer Lawinenzone befand, wodurch die Bauten für die Schiessanlage zusätzlich verstärkt werden mussten. Als letzte Herausforderung musste auch noch ein Lift ins Vereinshaus eingebaut werden, damit dieses auch für Menschen mit Beeinträchtigung vollständig und barrierefrei begeh- respektive befahrbar ist. Im April 2019 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Moderner geht nicht mehr
Am 14. Mai 2020 erfolgte dann das – wie Ambühl während seiner Eröffnungsansprache erklärte – zweite, für ihn sehr emotionale Schlüsselerlebnis, nämlich die Abnahme durch den Schiessoffizier. «Das erste Erlebnis war, als die Mitglieder im Jahr 2018 unserem Bauvorhaben ohne Gegenwehr zustimmten.» Entstanden ist nicht nur ein gut eingerichtetes, aber trotzdem heimeliges Vereinslokal, sondern vor allem eine Jagd-Schiessanlage, die weit herum ihresgleichen sucht. Der 100-Meter-Stand sowie die verschiedenen Rollbahnen funktionieren einerseits technisch auf dem neuesten Stand, gehören aber auch vom ökologischen Standpunkt her zum Modernsten, das man überhaupt haben kann. So werden beispielsweise die Munitionsprojektile in einem speziellen Granulat aufgefangen, das rund alle zehn Jahre entsorgt wird. Nicht umsonst stellte Pirmin Saner, Präsident der Sektion Davos des Bündner Kantonalen Patentjägerverbandes, mit Stolz fest, dass die neue Anlage andere Sektionen fast ein wenig neidisch machen könnte. Er bezeichnete die neue Anlage als Bijou, bis zu dessen Realisierung jede Menge Vorschriften hätten eingehalten werden müssen.