Eine Ära ist zu Ende gegangen
Bodenplatten, Fenstersimse und Wandtafeln. Schon im Jahr 1688 hat man im Taminatal Schiefer für die Umgebung abgebaut. 1853 hatte ein Bergbauexperte den Bruch in Vadura, zwischen Pfäfers und Vättis, entdeckt und festgestellt, dass es sich um Gestein von guter Qualität handelt. Vier Jahre später arbeiteten bereits 60 bis 100 Arbeiter in Vadura. Sie stellten täglich zwischen 6000 und 10’000 Schieferplatten für Dächer her. Ausgeliefert wurde der Schiefer in der ganzen Schweiz und bis ins Ausland.
In folgender Reportage geht es um den alten Schieferbruch in Vadura. Zwei Zeitzeugen verraten uns, wie es damals zu- und hergegangen ist:
Willkommene Arbeit
Die Bevölkerung war nach einer grossen Hungersnot 1817/1818 arm. Da es fast keine Arbeitsplätze im Gebiet hatte, strebte man nach einem Arbeitsplatz im Schieferbau. Mitten im Dorf Pfäfers wurde 1878 eine Schieferfabrik errichtet. Umgerechnet 100 Franken verdiente ein Arbeiter damals im Monat. Vergleicht man dieses Gehalt mit anderen Branchen, waren 100 Franken zu jener Zeit eine relativ gute Bezahlung.
Gefährlich und ohne Vorschriften
Die Arbeit im Bruch war alles andere als ungefährlich. Damals kannte man noch keine Suva-Vorschriften und Masken gegen den Staub. So sind auch einige Arbeiter an Staublungen gestorben, wie der letzte lebende Schieferarbeiter, Benedikt Jäger, erzählt: «Es gab nicht einmal Staubmasken oder Uniformen. Wir zogen einfach alte Kleider an. Das musste reichen.»