Ein versöhnlicher September
Nach einem tristen Sommer hielt sich der September ganz wacker. Im Glarner Kantonshauptort war es rund 2,5 Grad wärmer als in einem durchschnittlichen September während der Periode 1961 bis 1990. Generell war es in der Schweiz zu warm. Auf der Alpennordseite betrug der Wärmeüberschuss 2,5 bis 3 Grad, im Tessin waren es gut 2 Grad. Glarus verzeichnete nach 2016 den zweitwärmsten September in den letzten zehn Jahren.
Zweimal wurde sogar die Sommermarke erreicht beziehungsweise übertroffen; nämlich am 8. und am 14. September. Der Monatshöchstwert lag in der Stadt bei 25,5 Grad, in Elm wurde die Monatshöchsttemperatur am 8. September mit 24,3 Grad verzeichnet. Ebenfalls am 8. September wurde die nationale Monatshöchsttemperatur mit 29,0 Grad in Sitten gemessen. In Sitten gab es im September überdies noch zehn Sommertage. Noch mehr Sommertage wurden aber an einzelnen Tessiner Stationen verzeichnet. In Biasca waren es sogar 13.
Kurzer Gruss des Winters
Es gab im September aber auch schon Vorboten des bevorstehenden Winters. Vor allem am Sonntag, 19. September, wurde es in den Bergen winterlich. Die Schneefallgrenze sank deutlich unter 2000 Meter, im Wallis sogar gegen 1200 Meter. Richtig frisch wurde es im Glarnerland aber vor allem am Morgen des 23. Septembers: In Glarus wurden wenigstens noch 7,5 Grad in der Früh gemessen, in Elm waren es nur noch 3,3 Grad. Mit einem Wert von 0,5 Grad schrammte Elm an jenem Morgen sogar haarscharf an Bodenfrost vorbei.
In höheren Lagen gab es im September bereits den ersten Luftfrost, also Minustemperaturen in zwei Metern Höhe gemessen, so zum Beispiel in Andermatt oder im Oberengadin. Auf dem Jungfraujoch lag der Monatstiefstwert bei –6,7 Grad.
Massiv zu trocken
Der September war im Norden deutlich zu trocken. So gab es auch in der Stadt Glarus und in Braunwald nur zwischen 45 und 50 Prozent des üblichen September-Niederschlags. Nicht ganz so trocken war es in Elm mit knapp 60 Prozent des sonstigen Niederschlags. Fast in der ganzen Schweiz gab es ein Niederschlagsdefizit. In den Kantonen Zürich und Thurgau lagen die Niederschlagsmengen zum Teil nur im Bereich von rund 20 Prozent.
Vereinzelt war der September allerdings auch zu nass, dies vor allem im Kanton Wallis. In Crans Montana wurden 145 Prozent des üblichen September-Niederschlags verzeichnet, aber auch in Sitten, Brig und Visp ging zu viel Regen nieder.
Lokal wurde auch im Südtessin mehr Regen als sonst registriert. In Stabio bei Chiasso gab es rund 25 Prozent mehr Niederschläge als im langjährigen Durchschnitt. Stabio liegt mit 201 Millimetern Regen denn auch bei den absoluten Regenmengen in diesem September an der Spitze.
Sonne hat Schulden beglichen
Nach einem oft trüben Sommer war die Sonne im September wieder öfter zu Gast. Ausser lokal im Südwallis und im Mendrisiotto war es sonniger als sonst zu dieser Jahreszeit. Vor allem am Nordrand der Schweiz leistete die Sonne Überstunden. Dort gab es 30 bis 40 Prozent mehr Sonnenschein als während der Referenzperiode 1961 bis 1990. Auch im Glarnerland war die Sonne gut drauf und öfter präsent als sonst. In Elm wurden rund 150 Stunden Sonnenschein erreicht.