Im Jahr 2019 fand der Archäologische Dienst Graubünden (ADG) einen reich verzierten Dolch. Wie der Kanton mitteilt, kann dieser Dolch aufgrund seines kreuzförmigen Griffabschlusses vom Crap Ses in die Zeit zwischen 50 v. Chr. und der Zeitwende datiert werden. Dolche dieses Typs seien selten. Bisher seien nur vier Stück bekannt, davon einer aus dem Römerlager Vindonissa im Kanton Aargau. Die aufwendige Restaurierung dieses antiken Prunkstückes wurde filmisch begleitet. Der spannende Prozess ist als dreiteilige Videoserie auf dem Youtube‑Kanal des Kantons Graubünden dokumentiert.
Dieses spektakuläre Objekt sowie weitere Neufunde – darunter über 100 Schleuderbleie – nimmt der ADG zum Anlass, ein mehrjähriges Forschungsprojekt im Oberhalbstein zu lancieren. Gemäss einer Mitteilung konnte der Kanton für dieses Projekt die Vindonissa‑Professur der Universität Basel, die Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz, das Bundesamt für Kultur sowie weitere Institutionen gewinnen.
Das Forschungsprojekt mit dem Namen «CVMBAT» (für Kampf, Schlacht, Gefecht) sei auf fünf Jahre angelegt, schreibt der Kanton weiter. Nachdem die Fundlandschaft in den ersten beiden Jahren grossflächig abgesucht werde, folge eine umfassende Auswertung. Im Jahr 2025 sei dann eine Ausstellung sowie die Publikation der Funde und Forschungsresultate geplant. Das Forschungsprojekt zum bisher einzigen nachgewiesenen römischen Kampfplatz der Schweiz werde zudem medial begleitet, so der Kanton.