Ein Schädling ist im Anmarsch
Im Sommer 2017 war Graubünden von dem bisher schwerwiegendsten Borkenkäferbefall seit 1996 betroffen. Rund zehn Prozent des jährlich genutzten Holzes war befallen. Vergangenes Jahr konnte zwar ein Rückgang auf fünf Prozent verzeichnet werden, diesen Sommer aber steigt der Befall von Bäumen durch Borkenkäfer in Graubünden wieder an.
«Noch können keine sicheren Aussagen gemacht werden. Aber in diversen Regionen wie dem Prättigau oder dem Puschlav ist die Situation angespannt», sagt Marco Vanoni, Bereichsleiter Waldökologie beim Amt für Wald und Naturgefahren. So hat beispielsweise die Gemeinde Grüsch bereits in ihrem Amtsblatt von einer Plage berichtet.
Der häufigste einheimische Borkenkäfer ist der «Buchdrucker», welcher ausschliesslich Fichten befällt. Diese machen etwa zwei Drittel aller Bäume in Graubünden aus.
Trockene Sommer sind schädlich
Da der «Buchdrucker» ein Sekundärschädling ist, befällt er nur geschwächte oder geschädigte Bäume. «Zu solchen Schäden kommt es vor allem durch Stürme oder heisse, trockene Sommer», erklärt Vanoni. Denn dann können sich die geschwächten Fichten nicht mehr durch Harzfluss gegen die Käfer verteidigen. Sie sind das perfekte Brutmaterial. Die Käfer legen ihre Eier unter die Rinde und die Larven und Jungkäfer fressen sich anschliessend durch das Holz. Auf diese Weise unterbrechen sie den Saftfluss zwischen Wurzeln und Nadeln der Bäume und bringen sie ziemlich schnell zum Absterben.