Ein «L» für jede und jeden
von Riccarda Hartmann
Kalt ist es. Ein bisschen wärmer wird es, als sich die schwarzen Fenstertüren des Busses öffnen und sich kurz darauf wieder schliessen. Mittwochmorgen auf dem Kiesplatz der Oberen Au. Roger Senti, Betriebsleiter und Angebotsplaner bei Chur Bus, stützt seinen Ellenbogen in seiner roten Jacke auf der gleichfarbigen, horizontalen Haltestange im Stehbereich des Busses ab. Vertrauter Busgeruch liegt in der Luft. Der Fahrlehrer Mario Engi und sein Fahrschüler Gerardo Fanelli haben sich ebenfalls in den Bus gesellt. Ersterer in einer weiteren roten Jacke. Zweiterer, trotz der kalten Luft, in einem weissen T-Shirt.
«Wir brauchen rund zehn bis zwölf neue Fahrdienstmitarbeitende auf den Fahrplanwechsel im Dezember», beginnt Roger Senti. Denn durch einen neuen Regio-Express von Chur nach Thusis und durch den durchgehenden Halbstundentakt der SBB-Verbindung zwischen Zürich und Chur an Wochenenden und Feiertagen müsse die Feinverteilung auch neu strukturiert werden. «Chur Bus erfährt einen grossen Ausbau», setzt der Betriebsleiter fort. Neue Buslinien und ein neues Linienkonzept in der Region entstehen. Und so auch neue Arbeitsplätze.
Ein neues Ausbildungskonzept
Wie bei anderen Berufen auch sei es schwierig, geeignete Fahrdienstmitarbeitende zu finden. «Darum haben wir ein Ausbildungskonzept neu auf die Beine gestellt.» Chur Bus bildet nun seit Anfang August Personen mit Führerschein der Kategorie B direkt auf Kategorie D aus. Was bedeutet das denn? Roger Senti erklärt. Personen mit einer Personenwagenprüfung können direkt die Prüfung der Kategorie D, sprich Reisecars, ablegen. Ohne zuerst noch eine Lastwagenprüfung der Kategorie C zu machen, wie es früher nötig gewesen wäre. So könnten Personen aus den verschiedensten Berufen eine Ausbildung zur Busfahrerin oder zum Busfahrer machen. So auch Gerardo Fanelli, ehemals Kundenmaurer, der jetzt Busfahrer wird.