Ein erster Pilotversuch mit Potenzial für viel
Stefan Walser, Vorsteher des Departements Tiefbau und öffentliche Betriebe, unternahm 2017 bereits einen ersten Versuch zur Einführung von Mehrwegbechern, fand damals aber nicht genügend Unterstützung. Die Transportwege zu den Waschanlagen wurden damals als zu weit und damit nicht nachhaltig eingestuft. Inzwischen ist man weiter. Neue Berechnungen zeigen eine positive Umweltbilanz. Zusammen mit Men Dellagiovanna, Leiter der Umweltfachstelle, nahm er nun einen neuen Anlauf und kann zumindest die Umsetzung eines Pilotprojekts vermelden. Dieses sieht vor, dass im Fanzelt am Spengler Cup 2022 Vier-Deziliter-Mehrwegbecher ausgegeben werden. 60 000 dieser Kunstoffbecher stehen zu Beginn der Veranstaltung bereit und werden nach und nach ausgegeben. Damit sie wieder zurückgegeben werden und nicht einfach irgendwo am Boden landen, wird pro Becher ein Depot von zwei Franken verlangt. Nach Gebrauch gehen sie an die Lieferfirma zurück, werden im sanktgallischen Niederwil gewaschen und sind wieder bereit für die nächste Verwendung. Im Stadion und während der Meisterschaft werden Getränke ausschliesslich in Aludosen gereicht. Gemäss Auskunft von Jacqueline Kühne, Head of Project, habe dies eine positivere Ökobilanz als Einwegbecher.
Keine Neuheit
Für den Betreiber des Fanzeltes, Rosario Galliker und seine Galfri GmbH, ist das System kein Neuland. «Es ist noch nicht Standard, doch wir arbeiteten zum Beispiel schon am eidgenössischen Turnfest damit.» Der Mehraufwand sei vertretbar, findet der erfahrene Eventveranstalter. Beim Einrichten müsse lediglich daran gedacht werden, dass die Becher nun einen Wert hätten. «Man kann sie nicht einfach irgendwo liegen haben.» Ausserdem müsse der Umgang damit für die Kundschaft unproblematisch sein, findet er. «Darum werden wir die Becher auch an den Verkaufstellen zurücknehmen.» Daneben soll der HCD verschiedene Rücknahmestellen aufbauen und betreiben. Auch für diesen ist das System ein Gewinn, denn auch seine Junioren profitieren. Sie erhalten nach Abzug aller Kosten – das sind Miete der Becher inklusive Transport und Reinigung sowie das Personal an den Depotstellen – die Differenz zur Depotgebühr. Und wer weiss, vielleicht entdeckt auch der eine oder die andere eine neue Quelle für Sackgeld und spürt die in der Umgebung liegen gebliebenen Becher auf.