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Leben und Freizeit

Ein Bänkli gegen das Gefühl der Einsamkeit

Einsamkeit ist ein wachsendes Problem unserer Gesellschaft. Um der Vereinsamung entgegenzuwirken, kam in England die Idee auf zu einer «Anti-Einsamkeits»-Bank. Nun sind solche «Bänkli» auch in Chur zu finden.
27.01.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Neu sind in Chur zehn sogenannte «Schwatzbänkli» in der ganzen Stadt verteilt positioniert. Dabei handelt es sich um eine «Anti-Einsamkeits-Massnahme». Mit einem einfachen Plakat wird darauf hingewiesen, dass es sich bei besagter Bank um ein «Schwatzbänkli» handelt. Wer auf dem «Schwatzbänkli» Platz nimmt, ist bereit, mit den vorbeigehenden Passantinnen und Passanten ein paar Worte zu wechseln. Das kann ein einfaches «Hallo» oder auch ein ganzes Gespräch sein. Doch warum braucht es solche «Bänkli» überhaupt?

Ein Ort für Gespräche

Jeder oder jede dritte Person in der Schweiz fühlt sich in ihrem Leben einsam, wie Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2017 zeigen. Aber Menschen aus aller Welt leiden an Einsamkeit, so auch die Menschen in England. Um gegen dieses Gefühl des Alleinseins anzukämpfen, kam in England die Idee der «Happy to Chat»-Bänke auf, also übersetzt: «Freude an einem kleinen Austausch».

Initiant Peter Conradin Zumthor stiess auf das Prinzip der «Happy to Chat Bänkli» bei den Recherchen für sein Theaterstück «Loneliness kills Anna». «Ich fand dieses Konzept genial und doch so einfach», erklärt Zumthor. Kurzerhand beschloss er, ein solches «Bänkli» in Chur unter dem Namen «Schwatzbänkli» einzuführen. Aber wie hilft dieses Bänkli gegen Einsamkeit?

Das Prinzip ist einfach: «Personen auf dem ‘Schwatzbänkli’ wünschen, angesprochen zu werden», so Zumthor. In England seien die Leute wahnsinnig froh um diese «Bänkli» und ihr Leben sei seitdem viel besser. Mittlerweile wurden die «Happy to Chat Benches» in mehreren anderen Ländern eingeführt. In Chur sind die «Schwatzbänkli» unter anderem an der Bahnhofstrasse, im Fontanapark, im Stadtpark und am Theaterplatz aufzufinden.

Viele Gründe für Einsamkeit

Auch im Alltag ist Einsamkeit anzutreffen. «Zum Beispiel wenn man im Migros-Restaurant essen geht, sitzen viele Personen nur dort, um unter Leuten zu sein»; sagt Zumthor.

«Einsamkeit kann sehr viele Gründe haben», betont Zumthor. Einsam fühlen können sich Menschen nach der Pensionierung, wenn jemand krank wird oder einer Drogensucht verfällt, falls die Person an einer Depression leidet, aber auch wenn jemand seine Arbeit verliert. «Das Problem lauert an jeder Ecke», so Zumthor.