Eigentlich ist heute schon Schalttag
von Felix Blumer
Unser heutiger Kalender, mit einem Schaltjahr alle vier Jahre, geht auf den julianischen Kalender zurück. Allerdings hatten die Römer ein sehr kompliziertes System, die Tage der einzelnen Monate zu zählen. So hatte der Februar zur Zeit von Julius Cäsar noch 29 Tage, in einem Schaltjahr 30 Tage. Damit sich die Kirchentage nicht verschoben, war es damals sinnvoll, nach dem 23. Februar den zusätzlichen Tag einzuschieben. Es folgte also zuerst ein «24. Februar b» und dann der eigentliche 24. Februar. Der Doppeltag wird im Lateinischen als Bissextum (zwei Mal Sechstletzter, ausgehend von einem Monat mit 29 Tagen) bezeichnet.
Erst unter Kaiser Augustus wurde im Jahre 8 nach Christus der Februar auf 28 Tage (im Schaltjahr 29 Tage) reduziert, während der August 31 Tage bekam.
Die Geburtstagsfrage ist geklärt
Immer am Schalttag taucht auch wieder die Frage auf, wann Schalttagskinder im Gemeinjahr (Jahr mit 365 Tagen) ihren Geburtstag zu feiern haben. Die Antwort lautet klar: am 28. Februar. Ebenfalls einfach ist die Frage zu beantworten, wann Kinder, die in einem Schaltjahr am 24. Februar zur Welt gekommen sind, ihren Geburtstag feiern: am 24. Februar.
Allerdings hat auch diese Zählart ihre Tücken. Wer in einem Schaltjahr zwischen dem 25. und 28. Februar geboren ist, müsste in einem Gemeinjahr seinen Geburtstag eigentlich einen Tag früher feiern. Als Beispiel: Ist jemand am 27. Februar 1996 (Schaltjahr) geboren, dann müsste er in Gemeinjahren eigentlich am 26. Februar Geburtstag feiern. Dieses Jahr feiert die Person aber ganz normal am 27. Februar ihren 24. Geburtstag. Umgekehrt müsste konsequenterweise ein Kind, das in einem Gemeinjahr am 26. Februar zur Welt gekommen ist, im Schaltjahr am 27. Februar sein Wiegenfest begehen.