Eigenproduktion dämpft den Aufschlag
Die Grundlagen der heutigen Situation hatte der Kleine Landrat schon in seiner Botschaft zum Postulat «Nutzung der Wasserkraft in Davos (DZ vom 30. August) dargelegt. Darin wird festgehalten: 1. Mit etwas über 70 Gigawattstunden pro Jahr aus den eigenen Kraftwerken und den Beteiligungen produziert die EWD AG übers Jahr gesehen genügend eigenen Strom für die Grundversorgung von Davos. 2. Die Stromproduktion deckt sich meistens nicht mit der Nachfrage, denn die erstere fällt im Sommer an, die letztere im Winter. Daraus folgt, dass die fehlende Menge zu aktuellen Marktpreisen besorgt werden muss. ‹Bis vor kurzem war die bestehende günstige Eigenproduktion eigentlich völlig uninteressant, denn im Sommer bekamen wir für überschüssigen Strom fast nichts›, erklärt Fabio Bühler, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb und Marketing bei der EWD AG. Diese Situation hat sich nun aber völlig gedreht, denn wer nicht selber produziert, muss am Markt einkaufen, wo die Preise derzeit Amok laufen. So sind nun jene glücklich, die ihren Strom von einem Anbieter erhalten, der einen hohen Anteil an Eigenproduktion aufweist. Diese Strategie fährt auch das heimische EW. Es versteht sich als Versorger und ist auch als solcher der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) unterstellt. Diese Bundesbehörde überwacht die Strompreise und ist um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben besorgt. «Wir müssen alle unsere Daten mit den Tarifberechnungen nach Bern übermitteln. Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die Energie macht nun etwa die Hälfte der gesamten Stromrechnung aus, der Rest setzt sich aus der Netznutzung sowie öffentlichen Abgaben und Gebühren zusammen.
Ökozuschlag bleibt bestehen
Teurer werden übrigens alle Stromprodukte der EWD AG, auch jene, bei der die Kundschaft einen Zuschlag für den ökologischen Mehrwert bezahlt. Hier zeigt sich die Diskrepanz zwischen Produktion und Verbrauch am deutlichsten, denn jedes erzeugte Kilowatt Strom erhält einen sogenannten Herkunftsnachweis. «Er ist ein Jahr gültig. Während dieser Zeit dürfen wir genau so viel zertifizierten Strom verkaufen, wie wir produzierten.» Energie hat jedoch keine Farbe. Der Strom für den nächtlichen Racletteplausch im Winter mag dann sehr wohl tatsächlich aus einem Kernkraftwerk stammen. «Kundschaft, die bereit ist, für deren ökologischen Stromverbrauch etwas tiefer in die Tasche zu greifen, ist aber unheimlich wichtig. Ohne diese Unterstützung gäbe es diese Produktionsart gar nicht.» So ist der nun publizierte Strompreis eine Mischrechnung aus den Kosten für die Eigenproduktion und die am Markt beschaffte Energie.