Drohnenshow in Davos: Und die Drohnen fliegen hoch
von Cindy Ziegler
Es ist eine surreale Szene. Ein bisschen Science-Fiction auf einer verschneiten Fläche in Davos. Währenddessen mühen sich am Hang daneben die Langläuferinnen und Langläufer der Tour de Ski ab. Kuhglocken, Anfeuerungsrufe und Sirenen füllen die Luft mit Geräuschen. Das Surren, das am Mittwochnachmittag, dem ersten im neuen Jahr, zu hören ist, scheint dagegen leise.
Kannst du die Nummer 18 nochmals fliegen lassen?»Einsatzleiter Markus Stocker»
Die vier kleinen Drohnen fliegen etwa drei Meter über Boden. Die 46 anderen warten auf Plattformen auf ihren Einsatz. Markus Stocker und Simon Küttel der Firma «comatec» schauen immer wieder zu den Drohnen hoch. «Land», sagt Einsatzleiter Markus Stocker ins Funkgerät. Der Befehl wird postwendend bestätigt und die vier Drohnen landen im kalten Schnee. Die Podeste bleiben leer. Die beiden Männer auf dem Feld betrachten die gelandeten Geräte. «Kannst du Nummer 18 nochmals fliegen lassen?», fragt Markus Stocker. Im grünen Zelt in der Nähe nickt Pascal Rust. Er bestätigt verbal und rasch ist die besagte Drohne wieder in der Luft.
Reihe für Reihe fliegen die Drohnen
Unter dem Namen «comaerials» bietet die Luzerner Firma Drohnenshows an. Nach der Siegerehrung der Tour de Ski von «Davos Nordic» an jenem Abend soll der Nachthimmel zur Leinwand werden. 50 Drohnen, die eine Geschichte erzählen. Bis es so weit ist, braucht es aber noch viel Vorbereitung. «Wir brauchen etwa fünf Stunden vor Ort, bis wir die Drohnen am Abend fliegen lassen können», erklärt Markus Stocker. Die ganze Technik ist bereits installiert, zwei Funknetze aufgebaut, die Kompasse auf Davoser Höhe kalibriert. Nun fliegen die Drohnen – Reihe für Reihe – und werden vom Boden und am Computer kontrolliert. Das geschieht noch ohne GPS. «Darum landen sie nun nicht auf den Plattformen. Der leichte Wind verschiebt ihre Landung. Bei der Show kontrollieren die Drohnen viermal pro Sekunde ihre GPS-Position. Dann sollten sie auf zwei bis drei Zentimeter genau fliegen», so der Einsatzleiter. Viel Zeit hat er nicht für Erklärungen. Die Drohnen fliegen hoch und sein Blick folgt ihnen.