Die Stadtbibliothek Chur schaut auf ein durchzogenes Jahr zurück
Von Nicole Nett und Jasmin Schnider
Radio Südostschweiz hat mit der Leiterin der Churer Stadtbibliothek, Julia Wäger, gesprochen.
Frau Wäger, das Jahr 2021 war geprägt von diversen Coronamassnahmen. Wie haben Sie das erlebt?
Es war ein bewegtes Jahr. Wir waren stets gefordert mit der Umsetzung der Massnahmen. In letzter Zeit ist es jedoch ruhiger geworden, weil wir nicht immer wieder neue Massnahmen kommunizieren mussten.
Wenn man mit 2020 vergleicht. Gibt es eine Veränderung?
Wir sehen immer weniger Leute in der Bibliothek. Von der Statistik her haben wir aber gleich viele Ausleihzahlen wie im Vorjahr.
Wenn man mit der Zeit vor Corona vergleicht, was fällt auf?
Hier sehen wir einen massiven Unterschied. Wir haben fast 40 Prozent weniger Besucherinnen und Besucher als noch vor der Coronapandemie. Dennoch ist die Bibliothek als Aufenthaltsort grundsätzlich sehr wichtig. Die Menschen können einfach reinkommen, es kostet nichts. Heute kommen sie jeweils nur noch, um Sachen zu holen, und dann gehen sie wieder. Die Verweildauer ist stark zurückgegangen.
Woran liegt das?
Die Leute haben Angst, sind zurückhaltender geworden und wollen sich nicht unter andere Menschen mischen. Ebenfalls werden mit der Zertifikatspflicht gewisse Personen ausgeschlossen.