Die Stadt verliert einen Visionär
«Rapperswil-Jona war für Hans Nef mehr als ein Ort, an dem er investierte», sagt Thomas Furrer, Bauchef von Rapperswil-Jona. Er ist seit Anfang 2013 in seinem Amt – «und mit Hans Nef hatte ich gefühlt vom ersten Tag an zu tun». 2013, vor bald sieben Jahren, sei das Megaprojekt Jona-Center auf die öffentliche Auflage zugesteuert. «Seither hatte ich wohl zwischen 30 und 40 Sitzungen mit Hans Nef, wir arbeiteten eng zusammen und lernten einander kennen. Sein Tod hat mich sehr betroffen gemacht», sagt Furrer.
Am Donnerstag wurde bekannt, dass der 75-jährige Nef bei einem Badeunfall auf den Kapverden, einer Inselgruppe vor der Westküste Afrikas, ums Leben gekommen ist. «Er wollte mit seinem Katamaran den Atlantik überqueren. Manchmal sprach er sogar von einer Weltumrundung», sagen Töchter und Partnerin gegenüber dem «Blick» (Ausgabe von gestern).
Dass Hans Nef bei der Verwirklichung seines Traumes starb, sei immerhin ein kleiner Trost. «Er sagte, er komme nach drei Wochen wieder nach Hause – wenn der Wind denn in die richtige Richtung blase. Nun hat ihn der Wind davongetragen», heisst es im Artikel weiter.
«Nef war ein Hans Dampf in allen Gassen»
In Thomas Furrers Stimme schwingt trotz der Tragik Heiterkeit mit, als er gefragt wird, wie er die Zusammenarbeit mit Nef erlebt habe. Als «Hansdampf in allen Gassen» beschreibt er ihn, als gewieften Strategen mit Mut und Weitsicht, der seine Interessen pointiert eingebracht und vertreten habe. Die Sitzungen und Diskussionen mit Nef seien, gelinde gesagt, immer angeregt gewesen. «Er war Unternehmer durch und durch und das merkte man ihm an. Aber er war auch immer bereit, Kompromisse einzugehen und Lösungsansätze zu erarbeiten, bei denen auch die Interessen der Stadt Platz hatten.»
Von Nef als «unermüdlichem Macher mit grossen Ideen für die Stadt» spricht auch Immobilien- und Baufachmann Reto Klotz aus Rapperswil-Jona. Ihn und Nef habe neben gemeinsamen Projekten eine jahrelange Freundschaft verbunden. So seien sie oft zusammen in Klosters Ski gefahren, wo beide eine Wohnung hatten: «Dass Hans Nef nicht mehr da ist, ist eine grosse Tragödie», sagt Klotz.