Die Ruhe vor dem Schnupfen
Nach Weihnachten und Neujahr kommt jeweils die Grippesaison angeschlichen. Und ist sie einmal da, geht sie nicht so schnell wieder weg. Zurzeit hält sie sich jedoch in Grenzen, wie Monika Fehr, Präsidentin des Bündner Apothekerverbandes auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» erklärt. «Wir haben viele Menschen mit Erkältungen und Magendarm, die Grippe ist aber noch nicht aktiv.» Betont werden muss vor allem das «noch». Denn im Verlauf des Januars wird es einen Peak geben, so Fehr weiter. «In den nächsten Wochen muss man mit einer Epidemie rechnen, meistens kommt es ab Mitte Januar.»In der Schweiz hat die Grippe jedes Jahr zwischen 1000 und 5000 Spitaleinweisungen und bis zu 1500 Todesfälle zur Folge.
Im Unterschied zur Erkältung ist eine Grippe eine schwere Krankheit. «Wer sie hat, vergisst sie nicht so schnell», so Fehr. Eine Erkältung ist zwar auch eine Virenerkrankung, der Verlauf ist jedoch milder. Bei der Grippe hat man Fieber und ist mehrere Tage ans Bett gebunden. Die Phase könne man sich jedoch erleichtern, indem man Grippe-Präparate zu sich nimmt, die den Husten, Schnupfen und Halsschmerzen lindern und einem die Gliederschmerzen nehmen. «Die Krankheit durchmachen, muss man trotzdem», so Fehr. Geduld sei angesagt.
Für den «Pieks» ist es zu spät
Immer wieder kommt die Frage auf, ob es sich im Januar noch lohnt, eine Impfung zu machen. Gemäss Fehr ist es dafür jedoch zu spät. «Ich persönlich würde nicht empfehlen, den Körper und das Immunsystem mit dem Impfstoff zusätzlich zu belasten.» Normalerweise wird im Oktober und im November geimpft, weil es mehrere Tage dauert, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Es gebe zwar Ärzte, die es empfehlen, das Bundesamt für Gesundheit rate jedoch davon ab, führt Fehr weiter aus.
Eine Lotterie ist es rund um das Thema Grippe aber mit und ohne Impfung. «Zum Teil ist es Glückssache, oft hat es jedoch auch damit zu tun, wo man sich aufhält». Menschenmassen sind beispielsweise zu vermeiden – insbesondere geschlossene Räume, wie Züge, Busse, Grossraumbüros oder Wartezimmer. Im Freien ist die Ansteckungsgefahr weniger hoch.Fehr empfiehlt – egal ob mit oder ohne Impfung – oft die Hände zu waschen, an die frische Luft zu gehen, Vitamin C zu sich zu nehmen und Orangen zu essen. (can)