Die Polizei hat kein Gehör für laute Poserautos
In Coronazeiten fielen sie besonders auf: die Autoposer, die mit ihren aufgemotzten und blitzblank polierten PS-Boliden protzen und lärmen. Die Glarner Polizei geht zurzeit verstärkt gegen unnötigen Motorenlärm vor.
Der Fokus der gezielten Kontrollen und Patrouillenfahrten liegt dabei auf hohen Drehzahlen im Leerlauf oder niedrigen Gängen, Kavalierstarts, zu schnelles Beschleunigen sowie unnötigem Herumfahren in Ortschaften. «Dabei haben wir in über 20 Fällen sogenannte Autoposer konsequent strafrechtlich verzeigt», sagt Markus Denzler, der Kommandant der Kantonspolizei Glarus. Und er stellt fest: «Die Verzeigungsquote hat sich in der Coronazeit erheblich erhöht.» Nicht zuletzt auch wegen vermehrter Lärmklagen genervter Bürger.
Autoposer-Hotspot beim Volksgarten in Glarus
Ein besonderes Augenmerk legt die Glarner Polizei auf die Autoposer-Hotspots im Kanton. Diese seien primär im Zentrum von Glarus, rund um den Volksgarten, sagt Denzler. «Aber auch an einschlägigen Treffpunkten an anderen Orten.»
Bei den Autoposern handelt es sich laut Denzler meistens um junge Erwachsene, die Freude an ihrem Fahrzeug haben, «aber dabei die gesetzlichen Verhaltensvorschriften vergessen».
Für unnötig lauten Motorenlärm sorgen oft illegale technische Änderungen an den aufgemotzten Autos. «Steht ein Fahrzeug in Verdacht, zu laut zu sein, muss der Fahrzeughalter es ausserdem beim Strassenverkehrsamt zur Kontrolle vorführen», erklärt Markus Denzler. In Einzelfällen kommt es vor, dass hochgetunte PS-Boliden von der Polizei stillgelegt werden. «Direkt aus dem Verkehr ziehen wir diejenigen Fahrzeuge, die nicht mehr betriebssicher sind und somit ein Sicherheitsrisiko darstellen», sagt Denzler.