Die «Göttin» Gletscher
Das Format soll zukünftig jeden ersten Dienstag im Monat stattfinden, und als spezieller Gast bei der ersten Durchführung war Nadine Salzmann geladen. Sie ist Leiterin der Forschungseinheit «Alpine Umwelt und Naturgefahren» am Forschungszentrum für Klimawandel, Ex-tremereignisse und Naturgefahren im Alpenraum (CERC) am SLF. Erfahrung im Management von Naturgefahren hatte sie unter anderem schon in den Anden und dem Himalaja gesammelt und dort ein bescheideneres, weniger sicherheitsorientiertes Denken kennengelernt. «Etwas von dieser Akzeptanz einer höheren Gewalt stünde auch uns gut zu Gesicht», sagte sie im Verlauf des Gesprächs mit der Geschäftsführerin von Academia Raetica, Barbara Haller. Dabei erinnerte sie sich an eine Begebenheit, als sie die Bewohner eines Dorfes in Nepal über die Gefahren durch einen Gletschersee informierte. «Der Gletscher sei ihre Göttin, die sie ernähre, aber manchmal halt auch bedrohe, habe man ihr da geantwortet. Ganz so fatalistisch brauche man nicht zu sein, aber etwas mehr Demut sei angezeigt. «Wir können nicht jedes Stück Alpen verbauen. Wir müssen uns auf die erhöhten Risiken einlassen.»