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Leben & Freizeit

Bänke an der Bushaltestelle

Barbara Gassler
22.11.2022, 11:52 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Der aktuelle Anlass sei die Fortsetzung und gleichzeitig der Abschluss des 2018 begonnen Projekts für die Altersgruppe der über 65-jährigen, erläuterte im Anschluss Mirko Pianta, Leiter des Einwohneramtes. Damals sei es darum gegangen, die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Generation kennen zu lernen. Entstanden sei daraus eine spezielle Seite innerhalb der Gemeindehomepage, auf der Angebote und Hinweise speziell für diese Altersgruppe ge­bündelt würden. Entstanden sei ausserdem die nun stattfindende Veranstaltung. Sie sei, wie bereits erwähnt, zwar der Abschluss des Projekts, aber auch der Anfang von etwas Neuem. Denn die Gemeinde wolle in Zukunft regelmässig solche Veranstaltungen anbieten. Damit solle eine Plattform geschaffen werden, die mithelfe, die Lebensqualität und Unabhängigkeit der «Best Agers» so lange wie möglich zu erhalten. Wünsche könnten an die Gemeinde herangetragen werden und Organisatoren ihre Angebote breit bekannt machen. Ob das gewünscht werde, schloss Pianta seine Auführungen, und erhielt ein einstimmiges Ja zur Antwort. Denn Anliegen hat die Generation durchaus, und eines davon wurde Zürcher gleich an der Veranstaltung übergeben. Auf drei mit Unterschriften bedeckten Blättern wurde gefordert, dass die Gemeinde für Bänke bei den Bushaltestellen Schatzalp sorge. «Behinderte und schwache Menschen sind besonders auf den Bus angewiesen. Für sie ist es sehr schwer bis nicht möglich, im Stehen auf den Bus zu warten», heisst es auf dem Papier. Der Vorsteher des Departements Gesellschaft, Gesundheit und Sicherheit nahm es mit Dank entgegen und versprach, es in den Kleinen Landrat zu bringen.

Privater Spieltreff

Präsent war auch Pro Senectute Graubünden in der Person von Monica Conrad-Casty . Die in Thusis stationierte Stellenleiterin von Pro Senectute Mittelbün-den informierte über deren Angebote. So sei Pro Senectute einmal pro Woche mit einer Sozialarbeiterin in Davos präsent und organisiere viermal pro Jahr ein Erzählcafé. Daneben biete Pro Senectute in der Gesprächsgruppe für pflegende und betreuende Angehörige einen geschützten Raum, in dem man sich mit anderen in einer ähnlichen Situation austauschen könne. Auch beim Projekt «Generationen im Schulzimmer» seien freiwillige Klassenhelfer stets willkommen.

Auf einer privaten Initiative beruht der monatlich durchgeführte Spieltreff, den Esther Zinsli vorstellte. «Neu findet er am 1. Freitag im Monat im Guggerbachsaal statt.»

Sicherheit versus Bequemlichkeit

Am meisten zu berichten hatte René Schuhmacher in seinem Vortrag «Sicherheit im Alter». Der bei der Kriminalprävention tätige Kantonspolizist präsentierte einige eindrückliche Statistiken, die aufzeigten, dass man in Graubünden im schönsten Kanton lebe, wie Schuhmacher immer wieder erwähnte. Auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl sei die Zahl der Kriminalfälle unterdurchschnit-tlich, und bei den allermeisten handle es sich um Vermögensdelikte. «Doch es ist an jedem Einzelnen, die Sicherheit auf seine Seite zu ziehen.» Der grösste Verbündete Krimineller sei die Bequemlichkeit, sagte er weiter und zählte von der unverschlossenen Türe, über die leger ­getragene Tasche oder das zu einfach gestaltete Passwort bei digitalen Dienstleistungen einige Beispiele auf. «Es nützt nichts, einen Pfefferspray auf sich zu tragen, wenn der im Ernstfall zuerst am ­Boden der Tasche zwischen tausend Kleinigkeiten ausgegraben werden muss.» Routine sei der weitere grosse Helfershelfer bei kriminellen Aktivitäten, ging es weiter, und Schuhmacher bat die An­wesenden, die drei Worte «Abendstern, Morgenstern, Zwergelstern» zu lesen. Das Gelächter im Saal war gross, als sich der letzte Stern in Wahrheit als eine Elster entpuppte. «So schnell geht Routine», kommentierte der Polizist.

Ein ständig grosses Thema sind betrügerische Telefonanrufe und Angebote. Der Enkeltrick sei inzwischen hinlänglich ­bekannt, neu würden Betrüger es mit ­sogenannten Schockanrufen probieren, berichtete Schuhmacher. Es werde vorgegeben, dass ein Familienmitglied in Not geraten sei und Geld brauche. «Dabei sind die Täter sehr gut geschult und verstehen es, die Leute um den Finger zu wickeln.» Auch würde die Polizei nie Geld oder Schmuck verlangen. Daher sei in all solchen Fallen Misstrauen angezeigt. «Rufen Sie nach solchen Anrufen die angeblichen Familienangehörigen oder die Polizei an», empfahl er. Mit Vorsicht zu geniessen seien auch die in bunten Flyern oder in der Druckpresse angepriesenen Ankaufsangebote von Gold oder Schmuck sowie Dienstleistungen aller Art. «Dahinter stecken Betrügerbanden, die regelmässig und mit unterschiedlichen Angeboten auftauchen.»

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