Die Darmkrebsvorsorge ist in Graubünden angekommen
von Benjamin Repolusk und Jasmin Schnider
In der Schweiz erkranken jedes Jahr 4300 Menschen an Dickdarmkrebs. Bei Frauen ist es die zweithäufigste Form von Krebs, bei Männern die Dritthäufigste. Für 1700 Personen endet sie jedes Jahr tödlich. Das müsste nicht sein, findet Gianfranco Zala, der medizinische Leiter der Darmkrebsvorsorge Graubünden. «Darmkrebs ist die Krebsart, die man mit einer Vorsorge am besten verhindern kann», sagt er im Interview mit Radio Südostschweiz.
Seit Oktober 2020 gibt es im Kanton Graubünden ein Programm zur Darmkrebsvorsorge. Damit möchte die Krebsliga Graubünden Darmkrebs bei betroffenen Personen früher erkennen und bekämpfen. Knapp 10'000 Bündnerinnen und Bündner zwischen 50 und 69 Jahren erhielten dafür in den vergangenen zwölf Monaten ein Informationsschreiben über die Darmkrebsvorsorge. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, lässt sich nun ein Jahr später ein positives Fazit ziehen. Das bestätigt auch Christoph Kurze, Geschäftsführer der Krebsliga Graubünden gegenüber Radio Südostschweiz. «Die Darmkrebsvorsorge ist in Graubünden angekommen. Fast 30 Prozent der Eingeladenen haben am Programm teilgenommen, und das ist sehr zufriedenstellend.»
Zwei Arten der Vorsorge
Die Darmkrebsvorsorge wird allen Personen ab 50 Jahren empfohlen, sofern kein erhöhtes Risiko einer Erkrankung besteht. Ein erhöhtes Risiko bestehe vor allem dann, wenn Darmkrebs in der Familie häufiger vorkomme, erklärt Zala. In diesen Fällen werde eine Vorsorge schon früher empfohlen.
Für die Darmkrebsvorsorge gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen wäre das die Durchführung eines sogenannten FIT-Tests. Dabei wird eine Probe des Stuhlgangs auf Blut untersucht. Dieser Test muss jedoch alle zwei Jahre wiederholt werden. Und zum anderen gibt es noch die Koloskopie-Untersuchung, also die Darmspiegelung. Eine solche wird alle zehn Jahre wiederholt.