Die Arbeit geht so schnell nicht aus
Glücklicherweise war nun die GV, die am vergangenen Samstag im Hotel Grischa stattfand, nicht mehr durch Corona geprägt. Ganz anders im letzten Jahr, als die Versammlung nicht traditionsgemäss im Frühjahr, sondern erst im September durchgeführt werden konnte. Da seither nicht allzu viel Zeit vergangen ist, hielt sich die Menge an Neuigkeiten, die es nun zu verkünden gab, in Grenzen.
Dennoch konnte Krähenbühl Interessantes berichten. Der Mitgliederbestand blieb in den letzten beiden Jahren mehr oder weniger stabil – was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass jederzeit neue Mitglieder herzlich willkommen sind.
In der Ferienzeit läufts am besten
Nach dem Corona-bedingten Einbruch 2020 bei den Schaubergwerk-Führungen konnte die Anzahl an Teilnehmenden wieder etwas gesteigert werden, auch wenn letztes Jahr noch nicht so viele Besuchende die Stollen und Ruinen besichtigten wie vor der Pandemie. Das zweite Jahr in Folge gesunken ist die Anzahl an Führungen. Was auffällt: Von den in Zusammenarbeit mit der Destination Davos Klosters angebotenen Führungen konnten von den geplanten 38 lediglich 14 durchgeführt werden. Die anderen wurden mangels Teilnehmende abgesagt. Beim BSD reagiert man auf diese Entwicklung und verschiebt ab diesem Jahr den Saisonstart vom Juni auf den Juli. «Im langjährigen Vergleich zeigt sich, dass man vor allem in der Ferienzeit viele Führungen veranstalten kann», erklärte Krähenbühl dazu.
Bewährtes weiterführen
Nachdem auch die die Finanzen betreffenden Traktanden – Jahresrechnung und Budget – oppositionslos abgewickelt werden konnten, blickte der Vereinsvorsteher in die Zukunft. Denn in diesem Sommer stehen nicht wenige Projekte an. So soll beispielsweise im Neuhoffnungsstollen die 2004 erstellte Einbaustrecke gesichert werden. Nach einem Jahr mit Provisorium soll auch beim «Langen Michael» investiert werden. Das von einem herabgestürzten Stein zertrümmerte Vordach soll instandgesetzt werden, sodass der sogenannte Stollenmund wieder dem Stand der Dinge entspricht. Wenige Meter davon entfernt soll ebenfalls fleissig gearbeitet werden: Die Mauer beim Wintereingang zum «Langen Michael» soll instandgesetzt und mit einer Türe versehen werden. Weitere Arbeiten sind bei den Erzwegen zum Rosalien- und zum Louis-Philipp-Stollen sowie in der Nähe des Wasserrads im Andreasstollen vorgesehen.
Etwas ganz Neues hingegen entsteht in Monstein. Das ehemalige Schützenhaus, das auf dem Weg zum Bergwerk liegt, wird zu einem Schauraum umfunktioniert. Bei Führungen wird dort Halt gemacht, und man kann Interessantes zu den Geschehnissen am Silberberg erfahren. Neben diesen Vorhaben hat der BSD noch weitere interessante Projekte im Auge, die man in den nächsten Jahren angehen möchte, wie beispielsweise die Erstellung eines Modell-Waschtisches. Mit diesem soll aufgezeigt werden, wie früher die gewünschten Mineralien aus dem herausgebrochenen Gestein gelöst wurden.
Bei den Anlässen setzt man die bewährten Events fort. Je ein «Gmeinwärch» im Frühling und im Herbst, ein Grillplausch sowie das traditionelle «Barbaraessen» finden auch heuer statt.
Vortrag vermochte zu begeistern
Im Anschluss an die speditiv durchgeführte GV lud der BSD zu einem Vortrag, der erfreulicherweise auch von diversen Gästen besucht wurde. Referent war sogleich der Präsident selbst. Der pensionierte Geologe liess das Publikum mit aufschlussreichen Darstellungen und interessanten Ausführungen in einen aussergewöhnlichen Moment der Bündner Geschichte eintauchen. Krähenbühl legte dar, wie es Mitte der Nullerjahre im Calancatal möglich war, eine präzise Vorhersage eines potenziellen Sturzereignisses mit optional verheerenden Folgen vorzunehmen. Dank der Erkenntnisse konnte frühzeitig ein Umfahrungstunnel gebaut werden, damit die einzige Zubringerstrasse ins Tal nicht für Jahre unterbrochen werde. Kurze Zeit nach der Einweihung dieses Tunnels fand der Felssturz dann tatsächlich statt – und dank der präzisen Berechnungen konnte Krähenbühl mit seinen Geologen-Kollegen zum Zeitpunkt des Ereignisses zum Ort des Geschehens reisen und dieses aus nächster Nähe beobachten. Die Zuhörenden zeigten sich beeindruckt und nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen. Denn auch in Davos sind Steinschläge und Felsstürze keine Seltenheit.