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Leben & Freizeit

Deshalb bleiben die Vogelhäuschen zurzeit leer

Südostschweiz
02.02.2021, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Zahlreiche Meldungen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern sind in letzter Zeit bei der Vogelwarte Sempach eingetroffen. Die Futterhäuschen für Vögel seien schlecht besucht, teilen sie mit. Der Bündner Ornithologe, Christoph Meier-Zwicky, beruhigt alle Tierfreunde. «Vögel, die bei uns überwintern, sind an Schnee und Kälte gewöhnt. Sie wissen, wie sie überleben können.»

Vögel seien grundsätzlich gut vor der Kälte geschützt, sagt Meier-Zwicky gegenüber Radio Südostschweiz. Wenn es aber sehr lange kalte Phasen gebe, würden viele Vögel sterben. Das sei in diesem Jahr bis jetzt aber kein Problem, so der Ornithologe.

Richtiges Futter ist wichtig

Der Grund, warum die Vögel die Futterhäuschen dieses Jahr nicht so oft aufsuchen, liegt in der Natur. Nach einem samenreichen letzten Jahr hat es aktuell besonders viele Buchennüsse und Eicheln, erklärt Meier-Zwicky. Daher hätten die Vögel noch ausreichend Möglichkeiten, sich zu ernähren. Auch die Fichte erlebte ein sogenanntes Mastjahr. Das sind Jahre, in denen beispielsweise Kastanien, Eicheln oder Buchennüsse im Überfluss vorhanden sind. Denn die Waldbäume tragen nicht in jedem Jahr gleich viele Früchte.

Wer den Vögeln trotzdem beim Überwintern helfen will und ein Futterhäuschen aufstellt, der sollte einige Dinge beachten: Das Vogelhaus soll möglichst freistehen und nicht an einer Hauswand. Dort sei es zu gut erreichbar für Katzen, so der Bündner Ornithologe. Auch das richtige Futter sei wichtig. Meier-Zwicky betont, dass man die Vögel nicht mit gekochten Esswaren oder gesalzenen Nahrungsmitteln füttern sollte. Am besten seien faule Äpfel oder fertiges Vogelfutter, das man überall kaufen könne. Dabei muss man zwischen Körner- oder Weichfutter unterscheiden, je nach Vogelart.

Christoph Meier-Zwicky ist Leiter der ornithologischen Arbeitsgruppe in Graubünden, welcher rund 400 Personen angehören. Diese arbeiten an eigenen Projekten, teilweise auch in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Sempach.
Der lose Zusammenschluss von Bündner Ornithologinnen und Ornithologen besteht seit 1977. Seit bald 20 Jahren handelt es sich um eine Arbeitsgruppe der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden (NGG). Diese Arbeitsgruppe wolle vor allem die Freude und Kenntnisse an der Vogelwelt vermitteln, heisst es auf der Internetseite des Naturmuseums Graubünden.