Der Zwicker denkt über das «Weltwoche»-Editorial nach
von Frédéric Zwicker
Er sei so intelligent, heisst es von Roger Köppel immer wieder. Ich bin absolut überzeugt, dass er das ist. Aber vielleicht macht der Verleger und Journalist und Nationalrat und Redner und Ständeratskandidat ein bisschen zu viele Sachen gleichzeitig. Drum bleibt ihm manchmal nicht so viel Zeit für seine Gedanken und Aussagen. Und dann denkt jemand plötzlich fälschlicherweise, Roger Köppel sei gar nicht so intelligent, wie es immer wieder heisst.
Ich habe schon einmal über sein «Weltwoche»-Editorial geschrieben. Damals, als er forderte, in der Fussballnationalmannschaft müssten weniger «Balkan-Söldner» und «eingeschweizerte Afrikaner» spielen, bevor er sich zum Schluss empörte, weil Trainer Petkovic Albian Ajeti und Kevin Mbabu – einen Kosovaren und einen halben Kongolesen – noch immer nicht in die Mannschaft geholt hatte. Wenn er bei der Sache gewesen wäre, hat man sich gedacht, dann hätte sein gewaltiger Intellekt den Widerspruch bestimmt erkannt.
Jetzt habe ich wieder einmal ein Editorial von ihm gelesen. Und siehe da: Wieder hätte ich keinen besonders klugen Federführenden vermutet, wenn der Artikel nicht mit Roger Köppel unterschrieben gewesen wäre. Diesmal hat er sich den Feminismus vorgenommen. Wenig überraschend: Er ist dagegen.
‹Frauen leben ihre Rivalitäten giftiger, ja tödlicher aus als Männer.›»
Als Aufhänger nimmt er das Model Emily Ratajkowski. Ein Satz lautet: «Die 27-jährige England-Polin sieht tatsächlich umwerfend aus, extrem sexy, und man merkt ihr an, dass sie jedes Bild, das irgendwo von ihr erscheint, durch speziell aufreizende Posen noch aufregender macht, als es ohnehin schon wäre.»