Der Winter kann kommen auf dem Morteratsch
von Manuela Meuli, Michelle Zenklusen und Nadja Guetg
Die Temperaturen fallen unter null, der Boden friert und die Schneefallgrenze sinkt immer tiefer. Der Winter nähert sich. Wenn die Schneehasen ihr Winterfell erhalten und sich Murmeltiere für den Winterschlaf bereit machen, verabschieden sich auch die Menschen aus der ruhigen Berglandschaft oberhalb des Morteratschgletschers, die hier, auf 2495 Meter über Meer im Morteratschtal, die Bovalhütte bewirtschaften. Ende Oktober macht sich auch die Engadiner SAC-Hütte bereit für den Winterschlaf.
Bei den Arbeiten an vorderster Front ist natürlich Hüttenwart Costa. Er koordiniert das Ganze und streicht immer mal wieder einen Punkt von der To-do-Liste. Das Leben als Hüttenwart sei sehr streng, habe aber auch seine schönen Seiten, vor allem dann, wenn man die eindrückliche Natur geniessen könne, wie der Hüttenwart erklärt. Das Panorama, welches sich einem auf der Hütte bietet, ist eindrücklich. Denn nur wenige Hundert Meter unter der Hütte erstreckt sich der Morteratschgletscher über die felsige Landschaft. Costa verbringt bereits seit 18 Jahren jeden Sommer auf der Bovalhütte und bewirtet mit Leib und Seele seine Gäste.
Auch diesen Sommer verbrachte Costa fast durchgehend auf der Hütte. Bevor es nach vier Monaten Saison nun zurück ins Tal geht, stehen auf der Bovalhütte noch so einige Arbeiten an. So bringt zum Beispiel ein Helikopter am letzten Tag der Arbeiten einen Schreiner zur hoch gelegenen Bovalhütte. Die Holztüre der Hütte ist gerissen und muss neu verleimt werden. Hüttenwart Costa instruiert den Handwerker aus dem Tal. Er habe Angst, dass die Türe sonst den Winter nicht überstehe und er die Hütte voller Schnee vorfinden werde, so der Hüttenwart.