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Leben & Freizeit

Der Traum vom Luxuszweitheim wird immer häufiger Realität

Jasmin Schnider (JAC)
15.08.2021, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

«Machen Sie Ferien in der Schweiz», forderte Bundesrat Ueli Maurer letzten Frühling vom Parlament an der Frühlingssession. Diesen Satz nahmen sich wohl viele Schweizerinnen und Schweizer zu Herzen, denn Ferien in der Schweiz sind noch immer im Trend. Der Bedarf an einer Ferienwohnung oder gar einem Ferienhaus ist dementsprechend gross.

 «Zweitwohnungen im Engadin sind gesuchter als noch vor der Coronapandemie», sagt Sascha Ginesta vom Immobilienunternehmen Ginesta gegenüber TV Südostschweiz. Zurzeit suchen gemäss Ginesta doppelt so viele Personen nach einer Zweitwohnung im Engadin wie noch im Frühling 2020.  Bevor das Immobilienunternehmen eine Wohnung verkauft, werden jeweils 250 Interessenten benötigt. Diese werden nun schneller erreicht, erklärt er. «Vor Corona dauerte es rund 9 Monate, bis sich 250 Personen für eine 2,5 Millionen Franken teure Wohnung interessiert haben. Jetzt dauerte es noch knapp ein bis zwei Monate.»

Viele Interessierte aus der Schweiz

Die Immobilienfirma hat sich auf den Verkauf von Luxuswohnungen fokussiert. Eine klassische Zweitwohnung im Oberengadin koste beispielsweise zwischen 2 und 2,5 Millionen Franken, so Ginesta. Wohnungen in St. Moritz seien etwas teurer. Leisten wollen sich diese Wohnungen hauptsächlich Personen aus der Schweiz, so Ginesta. Wie schon vor der Coronapandemie käme der Grossteil der Kundschaft von Ginesta Immobilien aus den Kantonen Zürich, Zug, Aargau und Teilen der Ostschweiz. Nur wenige Kunden stammen aus dem Ausland, wie er erklärt. Generell hätten die klassischen Käufer der Ferienwohnungen dieselbe Herkunft, wie die klassischen Hotelgäste der jeweiligen Destination, erklärt der Immobilienmakler. 

Zweitwohnungen sind schon länger begehrt

Bereits vor der Pandemie seien Zweitwohnungen im Engadin gefragt gewesen. Das habe mehrere Gründe, erklärt Ginesta. Generell hätten Winter- sowie Sommertourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt, was zu einer Zunahme zur Nachfrage führte. Dazu käme das Zweitwohnungsgesetz, welches das Schweizer Stimmvolk im Jahr 2012 annahm. Durch den Baustopp könne das Angebot an neuen Ferienwohnungen nämlich nicht weiter wachsen, erläutert der Immobilienmakler. Weiter nutzen viele Personen eine Zweitwohnung aber auch als Kapitalanlage, fährt er fort.

Die Gründe für die erhöhte Nachfrage

Die Coronapandemie habe diese Zunahme der Nachfrage weiter verstärkt, fährt Ginesta fort. Das liege unter anderem daran, dass viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Ferien nicht im Ausland verbringen konnten. «Viele haben das erste Mal ihre Ferien hier verbracht und weil es ihnen so gefallen hat, haben sie sich eine Zweitwohnung gekauft», erklärt er. Hinzu kommt, dass der Anspruch an das eigene Zweitheim gestiegen ist. Vor der Coronapandemie verbrachte ein Grossteil der Zweitwohnungsbesitzer nur wenige Wochen in der Ferienwohnung. Der Komfort musste demnach nicht sehr hoch sein. Eine kleinere Wohnung mit simpler Einrichtung habe oftmals ausgereicht, erklärt Ginesta. Dies habe sich in vielen Fällen geändert. Dank des Homeoffice-Aufschwungs verbrächten die Zweitheimischen auch ausserhalb ihrer Ferien Zeit in ihrem Zweitheim. Dementsprechend würden auch die Ansprüche an die Wohnungen steigen, was Luxuswohnungen gefragter mache, so der Immobilienmakler.

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