Der Klimawandel wird sichtbar gemacht
Im Zentrum des Klimagartens steht ein interaktives Experiment: Dank diesem kann das Publikum erfahren, wie sich Klimaszenarien anfühlen und wie sich der Klimawandel auf die Pflanzenwelt, Landschaften und Städte in der Schweiz auswirkt. So gedeihen an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) in zwei Gewächshäusern Pflanzen unter ganz unterschiedlichen Klimabedingungen: Die einen wachsen bei einer Temperatur, die drei Grad höher sind als im Schnitt heutzutage, die anderen gedeihen unter einer um 6,5 Grad erhöhten Temperatur.
Im ersten Szenario wird davon ausgegangen, dass sich die Treibhausgasemission bis ins Jahr 2085 halbiert. Im zweiten Fall entspricht die Erwärmung einem Szenario, wenn keine Gegenmassnahmen eingeleitet werden.
Alex Simeon, Prorektor Leistungsbereich an der HSR, eröffnete am Montagabend den Klimagarten mit den Worten, dass die Hochschule in Rapperswil mit ihren Forschungen zur Energie, zur Mobilität und zur Biodiversität der richtige Ort für dieses Experiment sei. Thomas Furrer, Bauchef von Rapperswil- Jona, sagte, man könne nicht mehr so tun, als ob der Klimawandel nicht stattfinden würde: «Parteien, die von einem Klimahype sprechen, erhalten derzeit gerade ihre Quittung.»
«Mit der modernen Zivilisation hat die Menschheit begonnen, nicht nur die unmittelbare Umwelt zu gestalten, sondern die gesamte Erde auf viele tausend Jahre hinaus zu verändern», sagte Andreas Fischlin, Leiter der Fachgruppe Terrestrische Systemökologie an der ETH Zürich, in seiner Rede: «Mit dem Anthropozän fällt uns jedoch auch eine Verantwortung zu, der gerecht zu werden wir zurzeit grösste Schwierigkeiten haben.»
«Der Klimawandel ist irreversibel»
In seinem Vortrag erläuterte Fischlin, was der schon in Gang gesetzte Klimawandel aus naturwissenschaftlicher Sicht bedeute und welch einschneidende Massnahmen und Veränderungen er der Zivilisation abfordere, sollten die beschlossenen Schutzziele umgesetzt werden.