«Der Geschmack explodiert im Mund»
Benno Schubiger, Sie haben sich eine auffällige Aufschnittmaschine zugelegt. Von welchem Hersteller ist sie?
Das ist eine originale Berkel-Schneidemaschine. Sie ist neu, wurde jedoch nach altem Vorbild hergestellt. Ursprünglich suchte ich nach einer wirklich alten Aufschnittmaschine. Aber die sind mittlerweile extrem gesucht und teuer. Da zahlt man bis zu 30 000 Franken. Ein Händler bot mir eine alte restaurierte Berkel an, aber der Preis war mir zu hoch.
Wieviel haben Sie für Ihre bezahlt?
Rund 10 000 Franken.
Weshalb brauchen Sie diese Maschine?
Damit kann ich das Fleisch hauchdünn schneiden. Der Geschmack des Fleisches explodiert geradezu im Mund.
Ist Fleisch Ihre Lieblingsspeise?
Nicht unbedingt. Ich mag auch Fisch und Vegetarisches. Ich esse alles und koche alles.
Haben Sie ein bevorzugtes Rezept?
Das kann ich so nicht sagen. Ich gehe sehr gerne und oft in feine Restaurants und hole mir dort gewisse Inspirationen zum Kochen. Dann versuche ich, die Speisen nachzukochen. Mittlerweile habe ich ein ganz gutes Gefühl für die Kombinationen von Würze und Zutaten.
Wollten Sie früher mal Koch werden?
Als ich eine Lehre aussuchen musste, wollte ich Koch werden. Das wäre mein Beruf gewesen! Aber dafür hätte ich Französisch beherrschen müssen, da dies die Kochsprache ist. Ich war aber nur ein mittelmässiger Schüler und zu faul. Meinem Französischlehrer war das egal. Bei den Prüfungen legte er das Blatt mit den Lösungen aufs Pult und ging aus dem Schulzimmer. Wenn ich damals Französisch gelernt hätte, wäre ich heute Koch.
Wann und für wen kochen Sie?
Am Wochenende koche ich zu Hause immer. Mittlerweile koche ich auch häufig unter der Woche, da meine Frau viel unterwegs ist. Für mich ist Kochen Entspannung – sogar wenn ich im Kulturtreff Rotfarb für viele Leute koche.
Trotz Stress und Druck?
In der Rotfarb ist es nicht das gleiche Kochen wie in einem Restaurant. Wir haben zwar 70 Plätze, aber unsere Menüauswahl ist beschränkt. Eine Herausforderung ist allerdings das «Wine and Dine» in der Rotfarb, das sehr beliebt ist. Kochen hat mit guter Organisation und Timing zu tun.
Ist das Kochen für Sie auch Kunst?
Ja. Was beispielsweise Christian Geissler im Uzner Kunsthof auf den Tisch brachte, waren Kunstwerke. Soweit bin ich aber nicht! Für mich ist es wichtig, dass die Augen mitessen. Im Restaurant schaue ich den Teller zuerst mal an, dann rieche ich. Erst dann beginne ich zu essen. Und wenn ich finde, das möchte ich selber mal nachkochen, dann mache ich mir ein Foto.
Jedes Wochenende stellen hier mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten aus der Region ihren Lieblingsgegenstand– sozusagen ihr Schmuckstück – vor.
Ein Uzner mit Leib und Seele
Benno Schubiger wurde 1958 in Uznach geboren. Dort absolvierte er auch eine Lehre als Hochbauzeichner. Danach studierte er Bauingenieur. 1987 machte er sich als Architekt und Unternehmer selbstständig. Heute leitet er unter anderem sein Planungsbüro in der Uzner Rotfarb. Er ist seit 1994 mit der Regisseurin Barbara Schlumpf verheiratet. Die beiden haben drei Kinder und wohnen in Uznach.