«Davos weiss mehr» geht in die zweite Runde
Streber will die NGD eigentlich nicht hervorbringen, auch wenn sie manchmal augenzwinkernd mit dem Begriff spielt. Vielmehr sollen die Bewohnerinnen und Bewohner von Davos, und dank digitaler Durchführung auch alle anderen, vom in Davos vorhandenen geballten Wissen profitieren. Mit den vor Ort ansässigen Forschungsinstituten ist dieses doch deutlich höher als in einem anderen Ort der gleichen Grösse. Zu fast jedem Thema findet sich eine Fachperson mit der entsprechenden Expertise, die Auskunft geben kann. So fiel es dem Vereinsvorstand nicht schwer, vier Themen auszusuchen, die einerseits eine grosse Zuhörerschaft interessieren könnten und gleichzeitig einen aktuellen Bezug haben.
Tierversuche
Deutlich ist dieser beim Anlass zu Tierversuchen vom Donnerstag, 27. Januar. Kurz vor der Abstimmung zur Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot» will der am AO tätige Tierarzt Stephan Zeiter aufzeigen, was es mit Tierversuchen auf sich hat und was alles unter ein Verbot fallen würde. «Natürlich habe ich eine persönliche Meinung, doch ich will in erster Linie Grundlagen zum Thema vermitteln und eine öffentliche Diskussion anstossen», sagt er. Diese sei wichtig für eine informierte Meinungsbildung der Bevölkerung. Die Zugangscodes für das Zoom-Webinar zu «Tierversuche erklärt – Grundlagen, Möglich-keiten, Alternativen und Grenzen» sind auf der Webseite der NGD bereits aufgeschaltet. https://uzh.zoom.us/j/67064173788?pwd=a0NFWlBrK1NTM1pUcDNVOUZPTDJZZz09
Genom-Editierung
Einen Monat später, am Donnerstag, 24. Februar, nimmt sich die Biochemikerin und Bioinformatikerin am Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), Katja Bärenfaller, einem ebenfalls kontroversen Thema an: der Genom-Editierung. Wer damit auf Anhieb nichts anfangen kann, versteht, worum es geht, spätestens wenn Begriffe wie Züchtung, Genforschung oder CRISPR/Cas9 genannt werden. Denn bei all diesen Vorgängen wird das Genom, also das Erbgut verändert. «Bevor wir über gut oder schlecht diskutieren, müssen wir erst einmal die Grundlagen schaffen und wissen, worum es geht», sagt NGD-Co-Präsidentin Bärenfaller. So soll erklärt werden, was unter den vorgenannten Begriffen überhaupt zu verstehen ist, wie sie funktionieren und wo sie angewendet werden. «Wir sprechen dabei genauso über den Einsatz in der landwirtschaftlichen Produktion wie auch die Verwendung bei genetisch bedingten Krankheiten.»