Dasselbe geblieben: 150 Jahre SAC-Sektion Piz Sol
von Cindy Ziegler
«Die Sektion hat sich zur Aufgabe gestellt, in erster Linie ihren Vettergötti, den Herrn Alvier, etwas freundlicher zu stimmen gegen seine Besucher, zugänglicher zu machen für gemütliche Konversationen und ihm, wenn möglich auch ein anständiges, modernes Hüttchen aufzusetzen, in welchem seine Gäste wohlgeschützt den Sonnenaufgang abwarten können». So steht es im SAC-Jahrbuch von 1873, als die Sektion Piz Sol, die damals noch Alvier hiess, gegründet wurde. Zehn Jahre nach dem schweizweiten Alpenclub, der 1863 im Oltener Bahnhofsbuffet ins Leben gerufen wurde, um die boomende Eroberung der Alpen «nicht länger den Ausländern zu überlassen». Im Vorfeld wurden nämlich in London und in Österreich ähnliche Vereinigungen gegründet. Wie auch immer. Den SAC Piz Sol gibt es heuer seit 150 Jahren. Grund genug, zu feiern, findet die Sektion. Grund genug, mit zwei Herren zu sprechen, die schon lange dabei sind, finden wir.
Es ist ein milder Montagmorgen im Mai. Punkt neun Uhr beginnen sich die Gondeln der Pizolbahn, die von Bad Ragaz zur Bergstation Pardiel führen, zu bewegen. Markus Letta und Karl Meier gehören zu den ersten Gästen. In der Gondel können sie den Blick nicht von den grünen Alpwiesen lassen. «Jetzt kommen bestimmt auch bald die ersten Bergblumen», meint Karl Meier. Sein Kollege nickt zustimmend. Oben im Panoramarestaurant gibts Shorley und einen Milchkaffee. Mit Blick auf das St. Galler Rheintal und den für die Sektion so wichtigen Berg Alvier beginnen die beiden zu erzählen. Seit 44 Jahren ist Markus Letta schon Sektionsmitglied, Karl Meier seit 33 Jahren. Zwei Schnapszahljubiläen im grossen Jubiläumsjahr.