Das ominöse Fettnäpfchen
«Gestern bin ich so richtig ins Fettnäpfchen getreten!» Egal ob im Büro, auf der Familienfeier oder bei anderen Gelegenheiten. Wir alle haben diesen Satz mindestens schon gehört, wenn nicht gar selbst mit Schamröte im Gesicht ausgesprochen.
Ins sogenannte Fettnäpfchen treten wir dann, wenn wir jemanden mit einer unbedachten Äusserung beleidigen oder gar kränken. Doch was hat eine unbedachte Aussage nun mit einem Töpfchen voller Fett zu tun? Die Suche nach der Antwort führt uns ein paar Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit.
Hängende Fische und baumelnde Schinken
Die Redewendung «ins Fettnäpfchen treten» hat ihren Ursprung im Mittelalter. Da es damals keine elektrische Kühlschränke oder künstliche Konservierungsstoffe gab, um Lebensmittel lange haltbar zu machen, griff man auf die Methode des Räucherns zurück. Dazu hängte man beispielsweise Schinken, Speck oder Forellen für mehrere Wochen über einen Herd.
Der aufsteigende Rauch senkte den Wassergehalt in den Lebensmitteln, diese trockneten dadurch und wurden somit länger haltbar. Ziemlich kluge Idee! Und da Fleisch und Fisch mitunter äusserst fetthaltige Nahrungsmittel sind, tropfte während des Räucherns Fett auf den Herd beziehungsweise auf den Boden. Und dieses Fett wurde damals in Näpfen gesammelt, die auf dem Küchenboden aufgestellt wurden. Na, bereits eine Idee, wohin das Ganze führt?