Das kleine Museum ganz gross
Ernst Bernhard sucht eine Petrollampe ohne Schweizerkreuz. Diejenige, die er in der Hand hält, gefällt zwar, aber eben das Schweizerkreuz . . . «Dabei sammle ich genau solche», brummelt er. Seine Frau Anita bringt derweil eine Schale voller Bounty. Das ganze vielköpfige Team greift hungrig zu.
Schauplatz ist das Ortsmuseum Wiesen am zweiten Drehtag des Kurzfilms «Bounty for Bernadette». In dem Western macht sich eine junge Frau auf, in einer verschneiten Landschaft einen berüchtigten Gesetzesbrecher zu finden. «In Wiesen wird eine von nur zwei Inneneinstellungen gedreht», berichtet Produzent, Regisseur und Drehbuchautor Andreas Elsener. Dazu hat seine Crew das Wiesner Dorfmuseum vollständig übernommen. Überall liegen Ausrüstungsgegenstände, drängen sich Leute.
Im Film zu sehen sein, wird lediglich eine Ecke der Stube mit Blick durch die Türe in den Schlafraum. «Das ist das Sheriffsbüro», erklärt Elsener, derweil die Requisiteurin ein Gewehr dekorativ an der Wand befestigt. Auf dem Tisch wäre die Petrollampe vorgesehen, nun muss es halt ohne gehen. Ohnehin hat die junge Frau schon anderes entdeckt. «Können wir das haben», fragt sie artig. Anita Bernhard bejaht, so wie sie bereits zahllose andere Fragen bejaht hat. Bei ihr überwiegt die Freude, das Museum so prominent in Szene gesetzt zu sehen.
Bis der Film abgedreht ist, sind noch weitere drei Drehtage vorgesehen. Sie werden dann allerdings alle draussen im Schnee spielen, unten in Surava. Bis der Film fertig nachbearbeitet, und bereit zum Zeigen ist, werden noch Monate ins Land gehen. «Er soll vor allem an Kurzfilmfestivals gezeigt werden, denn eine Vermarktung für solche Projekte ist fast unmöglich», erklärt Elsener. Eines weiss er jedoch auf sicher: «Die regionale Premiere wollen wir in Davos durchführen.»