«Das ist ein tiefgreifender Wandel»
von Sabine Tschudi
Herr Kühnis, seit die Schweiz die UN Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat, engagieren Sie sich in der dazu gegründeten kantonalen Projektgruppe für die Umsetzung dieses Paradigmenwechsels in der Begegnung mit beeinträchtigten Menschen. Wie sieht Ihre Arbeit in der Projektgruppe aus?
Stefan Kühnis: Durch Umfragen bei Menschen mit Beeinträchtigung, deren Angehörigen, sowie Fachleuten konnten wir deren Bedürfnisse erfassen und daraus einen Massnahmenplan zur Verbesserung der Situation erstellen. Es ging um Wünsche, Zufriedenheit, Verbesserungsvorschläge in Bezug auf Wohnen, Arbeit und Freizeit.
Wie sieht die weitere Entwicklung aus?
Nächstens wird dieser Massnahmenplan in der Regierung diskutiert, danach geht es an die Umsetzung. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention sind wir verpflichtet, Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte und Pflichten einzuräumen wie allen anderen Menschen. Und zwar in allen Lebensbereichen. Das ist ein tiefgreifender Wandel. Aus meiner Sicht bräuchte es dafür eine Fachstelle, die den Auftrag hat, diesen Wandel voranzutreiben.
Wie stellen Sie sich diese Fachstelle vor?
Wenn Inklusion gelingen soll, ist es sicher zwingend, dass Menschen mit Beeinträchtigung in dieser Fachstelle vertreten sind. Um sie geht es, sie müssen also auch mitreden und mitentscheiden können.
Wie sehen Sie die konkrete Umsetzung der Inklusion?