Zum Hauptinhalt springen
Leben & Freizeit

Das Hirsch-Video hat erste Folgen

Südostschweiz
11.03.2022, 15:38 Uhr
vor 54 Minuten

Ein Video aus Landquart hat Ende Januar für Aufsehen gesorgt. Damals ist ein Hirsch in einen künstlichen Wasserkanal geraten. Alleine konnte sich das Tier nicht aus seiner misslichen Lage befreien. Mit vereinten Kräften und mithilfe eines Krans konnte der Sechzehnender schliesslich gerettet und frei gelassen werden. Nun handelt die Betreiberin des Kanals.

Dieser führt von der Örtlichkeit Holzschleife bis zur Obermühlebrücke und betreibt bei der Papierfabrik Landqart ein kleines Kraftwerk. Der Kanal ist mehr als 100-jährig und wurde vor zehn Jahren vom Energieunternehmen Repower übernommen.

In seinem heutigen Zustand birgt er eine Gefahr, wie Repower-Mediensprecher Stefan Bisculm auf Anfrage von Radio Südostschweiz sagt. Tiere, aber auch Menschen können in den Kanal fallen. Ohne fremde Hilfe sei es nur schwer möglich, wieder aus dem Kanal zu kommen, so Bisculm weiter.

In Gesprächen mit der Wildhut und der Gemeinde Landquart ist Repower zum Schluss gekommen, auf beiden Seiten des Kanals auf einer Länge von 500 Metern einen Zaun aufstellen zu lassen. Die Kosten von 70'000 Franken trägt laut Bisculm Repower. Baustart soll im April sein.

So sah das damals aus: Jägerschaft, Wildhut und Feuerwehr retten Ende Januar ein Hirsch.

Möglicherweise ist die Einzäunung aber eine Lösung auf Zeit. Denn Repower plant seit Längerem den Bau des Wasserkraftwerks Chlus. Die neue Anlage soll das Gefälle zwischen Küblis und dem Rhein zur Stromproduktion nutzen. Dabei wird Wasser aus dem Kraftwerk in Küblis gefasst und über Druckstollen und Druckleitung zur neuen Kraftwerkszentrale in Trimmis geführt. Weiteres Wasser kommt aus der Landquart bei Küblis sowie den Bächen Ariesch-, Furner- und Schranggabach dazu. Das Konzessionsgenehmigungsgesuch liegt beim Kanton. Kommt der Bau des neuen Kraftwerks zustande, würde der heutige Kanal zu wenig Wasser für das Kraftwerk der Papierfabrik führen. Dann würde der Kanal zurückgebaut, das Gebiet renaturiert und zu einem Naherholungsgebiet umfunktioniert. Baustart könnte in 10 bis 15 Jahren sein. Repower rechnet mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren und mit einem Investitionsvolumen für das Kraftwerk Chlus von 380 Millionen Franken. (sem/phw)

Mehr zum Thema: Landquart