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Leben & Freizeit

Das gelbe Postauto wird grün

Bettina Cadotsch
10.09.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Es sieht genau aus wie alle anderen Postautos – und doch ist es anders. Das Postauto, das diesen Sommer um den See auf der Lenzerheide verkehrte, wurde elektrisch betrieben. Zum zweiten Mal in Folge wurde mit solchen Postautos experimentiert.

Walter Schwizer, Leiter Betrieb Ost von Postauto, ist zufrieden mit der Testphase auf der Lenzerheide. «Es gibt Jahr für Jahr Entwicklungen. Bei diesem Modell haben wir bereits wieder einige Verbesserungen hervorgebracht», so Schwizer gegenüber TV Südostschweiz. Der elektrische Bus auf der Lenzerheide konnte rund 100 Kilometer zurücklegen, bis er wieder aufgeladen werden musste. «Das reicht genau für einen Tag. Für grössere Distanzen bis zu 500 Kilometer sind noch weitere Entwicklungsschritte nötig.» Über die ganze Schweiz verteilt laufen fünf ähnliche Testversuche bezüglich E-Mobilität und Postautos.

Projekt nach dem «Green Deal»

Das Projekt berücksichtigt die «Green Deal»-Strategie des Kantons Graubünden. Durch den «Green Deal» hatte das Parlament die Bündner Regierung dazu verpflichtet, wirksame Massnahmen für den Klimaschutz auszuarbeiten, sagte Regierungsrat Mario Cavigelli gestern anlässlich der Präsentation des Elektrobusses auf der Lenzerheide. «Das gilt für den staatlichen Betrieb, für die Verwaltung, vor allem aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, für das Gewerbe und die Industrie.»

Postauto will jetzt bis Ende 2024 insgesamt 100 Dieselbusse durch grüne elektrische Postautos ersetzen. Bis Ende 2040 soll kein Dieselbus mehr auf den Bündner Strassen verkehren.

Teure Elektrobusse

Einen Haken haben die elektrischen Postautos aber – ihr Betrieb wird teurer. «Deshalb sind wir auch mit den Gemeinden wie zum Beispiel der Gemeinde Vaz/Obervaz oder mit dem Kanton im Austausch, damit wir gewisse Förderbeiträge erhalten», so Schwizer. Man sei aber überzeugt, dass die Preise mittelfristig sinken werden.

Dass Vaz/Obervaz mit der E-Mobilität experimentiert, ist kein Zufall. Die Klimaerwärmung habe nicht in allen Regionen die gleiche Auswirkung, erklärte Cavigelli. «Es hängt sehr stark von der Topografie ab, ob man Täler und Berge hat oder ob man sich am Meer befindet oder im Landesinnern.» Als Kanton im Berggebiet und inmitten eines Kontinents merke Graubünden die Klimaerwärmung stärker. «Somit haben wir auch das grössere Interesse, uns CO2 neutral zu bewegen», sagt Cavigelli.

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