Das Davos Festival läuft
Geigenkästen auf dem Rücken junger Leute, das Cello im Schlepptau, ein rollender Kontrabass auf der Promenade und singende Choristen bei der Pauluskirche.
Nach einem fulminanten Auftaktwochenende mit Konzerten im Schweizerhof und Kirchner Museum Davos geht das diesjährige Davos Festival in die erste Festivalwoche. Das Publikum erwartet ein buntes Programm.
Mit Klischees aufräumen
Gleich am Dienstag wird auf der Schatzalp mit Verniedlichung oder gar der Verdinglichung von Frauen aufgeräumt. Die vier Sängerinnen des Vokalquartetts «famm» begeistern mit ihrem einzigartigen Klang zwischen Jazz, Volkslied und Jodel. In ihrem Programm für a capella über s'Babeli, s'Liseli und andere starke Frauen treffen weibliche Figuren aus alten Volksliedern auf starke Frauen der Gegenwart. Von feinster Leisheit, über augenzwinkerndes Jodeln, bis hin zum ungeschliffenen Fortissimo bewegen sich «famm» souverän durch die Klangwelten.
Dass Frauen nicht notwendigerweise an den heimischen Herd gehören und umgekehrt die Cuisine der Spitzenklasse keine männliche Domäne ist, will das Konzert mit dem Titel «Frauen am Herd» am Mittwoch im Schweizerhof zeigen. Gleich drei Komponistinnen mit exzellenter Geschmackssicherheit darf das Publikum kennenlernen. Da ist Henriëtte Bosmans mit ihrer sehr expressiven Klangsprache, deren Musik am Festival noch öfter zu hören sein wird. Ihre Sonate für Cello und Klavier erklingt mit Friedrich Thiele und dem Pianisten Amadeus Wiesensee. Ethel Smyth, die mit Clara Schumann bekannt war, schrieb nicht nur den bekannten «March of the Women» für die englischen Sufragetten, sondern auch ein völlig zu Unrecht vergessenes Doppelkonzert für Horn und Violine, welches Tillmann Höfs und die Geigerin Anna Agafia Engholm für das Davos Festival einstudiert haben.