«Das Coronavirus ist immer noch da»
von Daniel Sager und Gianna Jäger
Krebsbetroffene, ob in Behandlung, geheilt oder erst diagnostiziert, haben häufig ein geschwächtes Abwehrsystem und sind dadurch anfälliger für Infektionen. Krebspatientinnen und Krebspatienten sind daher durch das Coronavirus besonders gefährdet, wie die Krebsliga auf ihrer Website schreibt. Oft haben diese Personen eine zusätzliche Erkrankung, welche das Risiko weiter erhöht, wie zum Beispiel Asthma oder ein Herz-Kreislauf-Leiden.
Dass nun der Bundesrat die Coronamassnahmen gelockert hat, kann die Krebsliga zwar nachvollziehen, allerdings möchte sie Menschen mit einer Krebserkrankung warnen. «Das Coronavirus ist immer noch da», sagt der medizinische Leiter der Krebsliga Graubünden, Gianfranco Zala, gegenüber TV-Südostschweiz. Daher müssten sich Krebsbetroffene besonders gut schützen und die persönlichen Schutzmassnahmen einhalten: eine FFP2-Maske tragen, Abstand halten und die Hände regelmässig desinfizieren. Ausserdem sollen krebskranke Menschen – auch wenn sie nur die geringsten Symptome haben, die auf eine Coronainfektion hinweisen könnten – sofort ihren Arzt oder ihre Ärztin aufsuchen. «Es gibt heute hochwirksame Medikamente gegen Corona, aber die wirken am besten am Anfang», meint Zala.
Die Angst hat abgenommen
Die Angst bei den Krebspatientinnen und Krebspatienten sei mittlerweile nicht mehr so gross wie in der Anfangsphase der Pandemie. «Die meisten Krebsbetroffenen und deren Angehörige sind dreifach geimpft», so Zala. Und dieser Schutz sei auch bei ihnen sehr hoch, mit Ausnahme von Menschen mit Blutkrebs. «Sie können leider keine richtige Immunantwort gegen das Virus bilden.»