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Leben & Freizeit

Churer Streetworker rückten über 70 Mal aus

Südostschweiz
11.12.2020, 04:30 Uhr
vor 12 Minuten

Im März 2020 beauftragte der Churer Stadtrat den Verein Überlebenshilfe Graubünden mithilfe von Streetworkern die Situation der offenen Drogenszene zu verbessern. Nicht zuletzt wegen der Corona-Massnahmen und der vorübergehenden Schliessung des Stadtgartens hatte sich deren Situation markant verschlechtert, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt.

Seither suchen Zweierteams des Pilotprojekts Streetwork mehrmals pro Woche verschiedene Plätze und Orte in der Stadt auf. Die Erfahrung aus dem ersten halben Jahr habe gezeigt, dass die aufsuchende Sozialarbeit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation der Betroffenen beitragen könne, so die Stadt Chur weiter. Deshalb werde das Pilotprojekt wie geplant bis April 2021 weitergeführt. Dies sei gerade jetzt während der kalten Jahreszeit besonders wichtig.

Erst am Anfang

Gemäss der Stadt genügen diese Bemühungen allerdings noch nicht. So würde die Verwahrlosung einzelner Personen weiter voranschreiten. Die hygienischen Bedingungen im Churer Stadtgarten seien unzumutbar.

Auch der Umstand, dass illegale Suchtmittel ungeschützt im öffentlichen Raum konsumiert werden müssten, verlange dringend nach weiteren Massnahmen, schreibt die Stadt. Es sei nötig, eine geschützte Konsummöglichkeit in einem begleiteten Konsumraum zu schaffen, wo Substanzen geprüft würden, die Hygiene stimme und Sicherheit dank Beratung und Begleitung gewährleistet sei.

Einen Konsumraum in der Stadt Chur fordert die Bündner SP bereits seit 2018. An der letzten Oktobersession des Grossen Rates wurde klar, dass die Bündner Regierung die Realisierung eines solchen Raumes frühestens in einem Jahr umsetzen wird.

Über 70 Einsätze

Gemäss der Stadt erfolgten bei über siebzig aufsuchenden Einsätzen über fünfhundert Kurzkontakte und über dreihundert Beratungen, die länger als fünf Minuten dauerten. Dabei sei den Betroffenen geholfen worden, indem beispielsweise eine Wundversorgung vorgenommen oder sie an den Sozialdienst für Suchtfragen vermittelt worden seien. (red)

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