Die Proteste zeigen Wirkung: Churer Stadtrat rudert bei «Au Dabi» zurück
Vor genau einem Monat lancierten die Churer Sportanlagen das neue «Au Dabi»-Abo. Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung in Leserbrief- und Kommentarspalten sowie in der Politik (Ausgabe vom Donnerstag). Eine erste Petition auf «suedostschweiz.ch/petitio» wurde mittlerweile innert sechs Tagen von knapp 1800 Menschen unterzeichnet; inzwischen fordert eine zweite Petition an gleicher Stelle ebenfalls die Abkehr vom All-inclusive-Zwang von «Au Dabi».
«Unglücklicher Name»
Das neue Abo habe «Wellen geschlagen», schreibt die Stadt nun in einer als «Zwischenbericht» betitelten Medienmitteilung vom Freitag. Und sie macht klar, dass der Stadtrat über die Bücher gehen will. Vor allem der Ruf nach einem Abo nur für den Wassersport werde «intern aufgenommen», wird Stadtpräsident Urs Marti als oberster Verantwortlicher der Sportanlagen zitiert. Zudem sei der Name des sogenannten Schnupperabos «wohl unglücklich» gewesen. Der Stadtrat werde in seiner nächsten Sitzung vom Dienstag «die Namensgebung anpassen». Das Schnupper- werde wieder zum Saisonabo: «im Sommer für die Freibadsaison im Winter während des Betriebs des Quadereises». Die Bevölkerung könne «bereits diese Saison mit einer Umsetzung rechnen», wird Marti weiter zitiert.
1050 Abos verkauft
Die Einführung des «Au Dabi»-Abos verteidigt die Stadt in der Mitteilung. Man sei mit der Lancierung «ein Wagnis eingegangen». Die Verkäufe des ersten Monats würden aber zeigen, dass das neue Angebot auch durchaus geschätzt werde. So seien bisher insgesamt 1050 «Au Dabi»-Abos verkauft worden; bei 529 davon handle es sich um Jahresabos, schreibt die Stadt. In der Vergangenheit seien jeweils rund 1200 Abos pro Jahr verkauft worden. Zudem würden die zusätzlich inbegriffenen Angebote gut genutzt. «Sauna und Kraftraum verzeichnen gegenüber den Vorjahren eine starke Zunahme.» Auch die Preiserhöhungen bei den Einzeleintritten verteidigt die Stadt. Die Preise seien erstmals seit sieben Jahren angepasst worden – unter anderem wegen der stark gestiegenen Energiepreise.
Man habe dem neuen Abo eine Startzeit gewähren wollen, wird Marti in der Mitteilung weiter zitiert. Dafür seien 30 Tage nicht zu viel gewesen. Er bedanke sich bei allen für die «Geduld, die gesammelten Erfahrungen und Rückmeldungen zu würdigen». Man setze jetzt alles daran, die angekündigten Anpassungen umzusetzen.