Zum Hauptinhalt springen
Leben & Freizeit

Tradition über die Sprachgrenze hinweg droht zu verschwinden

Jano Felice Pajarola
01.03.2023, 17:48 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Vor rund 20 Jahren die Fasnacht, vor drei Jahren das Sternsingen und jetzt eventuell der Chalandamarz: In der Gemeinde Schmitten sterben laut Dorfchronist Alois Hundertpfund zunehmend die Traditionen aus. Dass diesen Mittwoch der Kinderumzug mit Schellen- und Glockengeläut zum vielleicht letzten Mal über die Bühne ging, hängt gemäss Hundertpfund damit zusammen, dass der Standort der Schmittner Schule mit dem kommenden Schuljahr von Alvaneu (Albula/Alvra) nach Davos-Wiesen wechseln könnte. «Die romanische Gemeinde hat den Brauch in das deutschsprachige Schmitten getragen, so dass die Kinder aus den Gemeinden Surava, Alvaneu und Schmitten in allen drei Dörfern den Winter vertreiben konnten – quasi über die kulturelle Grenze hinweg», erklärt Hundertpfund.

Lärmend und jauchzend bis zum Dorfladen

Unter Anteilnahme einiger Einheimischer und Touristen seien die Kinder aus dem Postauto gestiegen, um vom grossen Parkplatz am Ostrand des Dorfes aus lärmend und jauchzend bis zum Dorfladen zu marschieren, so Hundertpfund. Dort wurden die traditionellen Frühlingslieder gesungen. «Das ist nun bald Vergangenheit.»

Tradition über die Sprachgrenze hinweg droht zu verschwinden | Südostschweiz