Casutt: «Es war eine ganz spontane Idee»
Die Brüder Markus und Sandro Casutt aus Vals sorgen mit ihren Sternenhimmel-Fotografien für Furore. Im Interview mit RSO-Moderator Simon Lechmann erklärt Markus Casutt, wie aus der spontanen Idee in einem Valser Tattoo-Studio ein Kunstprojekt entstanden ist.
Spontane erste Aufnahmen
«An einer 1.-August-Feier mit Kollegen im Tattoo-Studio meines Bruders habe ich spontan mit meiner Kamera den Sternenhimmel fotografiert. Als ich die Aufnahmen anschliessend meinem sehr Milchstrassen- und Kosmos-affinen Bruder gezeigt habe, war dieser völlig aus dem Häuschen», erklärt Markus Casutt. Damit war der Grundstein für das gemeinsame Projekt der Brüder gelegt.
Nach dieser Feier kaufte sich Sandro eine eigene Kamera und lancierte einige Monate später gemeinsam mit seinem Bruder Markus das Projekt. Wie Markus Casutt erklärt, sei Vals der ideale Standort für die Nachtfotografie, da es dort kaum Streulicht gebe. Deshalb sei es grundsätzlich gar nicht zwingend nötig auf einen Berg zu klettern. «In Nächten, in denen wir keine Lust hatten auf einen Berg zu steigen, haben wir die Kamera direkt neben dem Tattoo-Studio im Dorf aufgestellt», so Casutt.
Wenn dennoch ein Ausflug auf einen Berg ansteht, kommt es aber auch vor, dass die Brüder gleich dort übernachten. «Wenn man schon auf dem Berg ist und die halbe Nacht durchfotografiert, möchte man natürlich auch gleich noch das Morgenlicht festhalten.»
Das Spektrum der Nachtfotografie reiche von spannend bis sehr spannend, erklärt Casutt. «Während dem stundenlangen Ausharren für die Langzeitbelichtung reicht die Zeit natürlich auch für den gemeinsamen Austausch mit Kollegen.» Dabei werde über das Universum philosophiert aber auch über nicht funktionierende Technik geklagt.
Fehlaufnahmen nur noch selten
«Mittlerweile», so Casutt, «passieren während der Langzeitbelichtungen kaum noch Fehler.» Wenn allerdings neue Begleiter auf den Touren dabei seien, könne man fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass jemand das Stativ berühre oder die Aufnahme anderweitig störe. Dies sei vor allem dann ärgerlich, wenn man beispielsweise den Orionnebel aufnehmen möchte. Denn ideale Bedingungen für die Aufnahme dieses Sternen-Nebels würden lediglich ungefähr dreimal pro Winter herrschen. «Das ist recht nervend, wenn da jemand ins Stativ läuft.»
Ausstellung
Für Interessierte gibt es im Hotel Steinbock in Vals eine Ganzjahresausstellung der Arbeiten der Brüder. Ausserdem wird jedes Jahr ein neuer Kalender herausgegeben, der aber jeweils bereits nach kurzer Zeit vergriffen ist.
Weitere Informationen zu den Brüdern Markus und Sandro Casutt wie auch zum Fotoprojekt sind hier zu finden.