Bündner Jungkoch im Finale: Den Kochlöffel stets in der Hand
von Riccarda Hartmann
«Ich wollte meine eigene Handschrift hineinbringen. Das Menü versuchte ich so zu gestalten, dass ich damit zeigen kann, wer ich bin, von wo ich herkomme und wo ich das Kochen gelernt habe», sagt Simon Bantle, Koch bei «Epoca by Tristan Brandt» im Hotel «Waldhaus» in Flims.
Die Vorspeise
Tatar vom Reh. Morchelsalat. Cherry-Zitronen-Wacholder-Sorbet. Dazu frisch gesammelten Sauerklee, selbst gemachtes Brot und frisch aufgeschlagene Butter. Die Vorspeise, mit der Simon Bantle am 23. Mai am Halbfinale für den Wettbewerb «Koch des Jahres» in Achern antrat. Zwei Tage dauerte dieses Vorfinale. Am Abend des ersten Tages mussten die 16 Teilnehmenden ein Tellergericht für geladene Gäste kochen und am zweiten Tag ein Drei-Gänge-Menü für die Jury. Vorgabe für Letzteres war: Tatar in der Vorspeise, Spanferkel in der Hauptspeise und eine vegane und zuckerfreie Süssspeise.
«Für die Vorspeise verwendete ich viele eigene Produkte, die man im Schwarzwald bekommt», erklärt Simon Bantle. Also verwendete er Produkte von da, wo er herkommt. Und dort ist er auch während unseres Gesprächs. Die Sonnenbrille aufgesetzt, ist er draussen. Er mache erst einmal Ferien und geniesse die Zeit hier. «Die letzten Wochen waren sehr stressig und arbeitsintensiv mit den ganzen Vorbereitungen», sagt er. Deshalb gehe er es jetzt ruhig an, bevor es dann in ein, zwei Monaten mit dem Vorbereiten weiter geht. Dann, wenn das Motto für das Finale bekannt wird.
Seit fast drei Jahren arbeitet Simon Bantle in Flims. Letztes Jahr machte er bereits bei «Koch des Jahres» mit. Damals als Assistent seines Küchenchefs Niklas Oberhofer, mit dem er bereits in seinem Lehrbetrieb zusammengearbeitet hatte. Die beiden belegten den dritten Platz. Auch für die Commis de Cuisine, die Assistenten, gibt es einen kleinen Wettbewerb, den «Newcomer des Jahres». Diesen gewann Simon Bantle und qualifizierte sich gleich für das diesjährige Halbfinale, das am 23. Mai stattfand.