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Leben & Freizeit

Bündner heiraten trotz Corona

Südostschweiz
27.05.2020, 04:30 Uhr
vor 39 Minuten

Für alle Brautpaare, die jetzt im Frühling heiraten wollten, lief nicht alles nach Plan. Seit Mitte März sind wegen des Coronavirus Versammlungen von über fünf Leuten verboten – eher suboptimal für eine Trauung, selbst für eine im kleinen Stil. «Natürlich ist es blöd, wenn man alles organisiert hat und dann nicht heiraten kann», sagte Marco Kühnis vom Zivilstandesamt Prättigau/Davos gegenüber Radio Südostschweiz.

Aber während in Zürich und Bern gemäss «Sonntagszeitung» fast die Hälfte aller Trauungen abgesagt wurden, scheinen die heiratswilligen Bündnerinnen und Bündner der Krise zu trotzen. «Interessanterweise haben wir praktisch gleich viele Termine seit dem Shutdown», sagte Kühnis. Verschiebungen habe es schon gegeben, gewisse Hochzeiten seien nach hinten oder auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Andere habe man aber sogar vorgezogen, und nicht zuletzt gab es auch Paare, die erst während des Shutdowns entschieden hätten, sich das Ja-Wort zu geben.

Dass man zumindest die zivile Trauung durchführen will, zeigt sich auch in der Surselva. Einigen sei das Datum so wichtig gewesen, dass sie halt nur im ganz kleinen Kreis geheiratet hätten, sagte Silvio Caviezel vom regionalen Zivilstandesamt. Andere hatten die gravierten Ringe bereit und wollten die Hochzeit deshalb ebenfalls nicht verschieben. 

Würdet ihr trotz den aktuellen Einschränkungen heiraten wollen?

Juni, Juli, August und September sind die Heiratsmonate schlechthin. Ab wann Hochzeiten wieder in normalem Rahmen stattfinden können, ist immer noch nicht klar. Wer seine Hochzeit in den Sommermonaten geplant hat, kann aber zumindest auf die Kulanz der Standesämter zählen. «Alle Brautpaare, die in dieser Coronazeit das Vorbereitungsverfahren gemacht haben, dürfen die Hochzeit verschieben – bis Ende Jahr, ohne Mehrkosten», sagt Caviezel. (jas)

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