Zum Hauptinhalt springen
Leben & Freizeit

Brienz rutscht sich zum viralen Hit

Jürg Abdias Huber
10.11.2021, 17:07 Uhr
heute um 12:16 Uhr

«Das ist Brienz in der Schweiz. Ein kleines Alpendorf, umgeben von schönen Hügeln und Bergen, die gelegentlich versuchen, Menschen zu töten.» Mit diesem Satz begrüsst der britische Youtuber Tom Scott seine Zuschauerinnen und Zuschauer in seinem neusten Video «Why this fallings rocks sign is more important than most» (dt. Warum dieses Steinschlagschild wichtiger ist als viele andere). Darin beschäftigt er sich mit dem Berghang neben Brienz, der sich jährlich um mehrere Meter hangabwärts schiebt. 24 Stunden nach der Veröffentlichung wurde das Video bereits über eine Million Mal aufgerufen. Am Mittwoch sind es bereits über zwei Millionen Aufrufe. Plötzlich ist das Bündner Dorf eine Internetsensation.

Seit Jahren donnern Felsblöcke vom Berg und stellen eine Gefahr für die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner und für den Verkehr auf der darunterliegenden Hauptstrasse dar. Momentan beträgt die Geschwindigkeit der Rutschung im Dorf knapp 1,5 Meter pro Jahr. Oben am Berg liegen die Rutschbewegungen gar bei sieben bis acht Metern pro Jahr.

Verkehrsampel soll warnen

Um auf die Gefahr so rasch wie möglich aufmerksam zu machen, wurde auf der Hauptstrasse eine Verkehrsampel installiert, die mit einer Radaranlage verknüpft ist. «Wenn der Radar einen Steinschlag entdeckt, leuchtet die Ampel rot. Hört der Steinschlag auf oder landet in einem Damm, schaltet sich die Ampel ab und die Strasse ist sicher befahrbar. Wenn der Steinschlag in der Nähe der Strasse landet, blinkt die Ampel orange, was bedeutet, dass man vorsichtig fahren muss», sagt Susanne Wahlen, Verantwortliche für Überwachungsanlagen bei Geopraevent, im Video. 

Normalerweise vergehen 40 Sekunden, bis ein fallender Stein auf der Strasse aufschlägt. Gemäss Wahlen ist das genug Zeit für die Autos, um dem Gefahrenbereich zu entkommen. Da die Autos aber eine bestimmte Geschwindigkeit fahren müssen, sind Velofahrerinnen und Velofahrer auf der Hauptstrasse nicht erlaubt. 

Sondierstollen als Lösung

Mit einem 650 Meter langen Sondierstollen soll das Rutschgebiet entwässert werden, um den Brienzer Rutsch zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Die Bauarbeiten sind Ende September dieses Jahres gestartet und sollen eineinhalb Jahren dauern. 

Hier könnt ihr das virale Video anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=o-oVXYkBwgw
Mehr zum Thema: Brienz-Brinzauls