Brief von Regierungsrat löst Polizeieinsatz aus
Seit Juni 2020 präsidiert mit Regierungsrat Christian Rathgeb erstmals ein Vertreter des Kantons Graubünden die Konferenz der Kantonsregierungen. Diese Gelegenheit wollte Rathgeb nutzen, um «ein Projekt zum Romanischen zu realisieren und damit einen Beitrag zur sprachlichen Vielfalt sowie zur Sprachförderung zu leisten», wie er sagt. Konkret wird im Haus der Kantone eine Wanderausstellung zum Romanischen lanciert. Das Projekt wird inhaltlich von der Lia Rumantscha geführt und vom Amt für Kultur begleitet. Rathgeb selbst schreibt sich die Rolle des Türöffners zu.
In seinem Namen sind deshalb kürzlich Einladungen für die Vernissage am 23. September im Haus der Kantone in Bern verschickt worden. «Da wir aufzeigen, dass alle mithelfen können, die romanische Kultur und Sprache weiterzutragen, lautet das Motto ‹Säe auch Du Sprache›. Die Einladung enthält denn auch ein paar Blumensamen, um die Symbolik aufzuzeigen», erklärt Rathgeb. Doch genau dies wurde schliesslich zum Problem.
Sicherheit geht vor
Der Hintergrund des Ganzen ist relativ traurig. Eine Einladung ging an Annatina Foppa. Sie ist die stellvertretende Leiterin von «eHealth Suisse», der Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen. Die Stelle gehört zwar nicht direkt zum Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Geschäftsstelle ist administrativ und örtlich aber am gleichen Ort angesiedelt, sodass sich das Büro von Foppa ebenfalls in BAG-Räumlichkeiten befindet. Das BAG erhielt im Zusammenhang mit der Coronakrise in den vergangenen Monaten viele Drohungen. «Und diesen Frühling gab es auch eine Serie von Drohbriefen mit verdächtigem Inhalt, die jeweils einen Blaulichteinsatz auslösten», hält Foppa fest. «Wir sind deshalb angewiesen, Post mit merkwürdigem Inhalt beim Sicherheitsverantwortlichen zu melden.»