«Bridge macht süchtig»
Seit rund zehn Jahren trifft sich eine bunt gemischte Truppe jeden Dienstag im Restaurant Kulm am Wolfgang, um der gemeinsamen Leidenschaft zu frönen. «Bridge macht süchtig», sagt Els, die vor etwa zwei Jahren mit dem Kartenspiel begann. «Es ist wie das Lernen einer neuen Sprache», berichtet sie über ihren Einstieg. Und offenbar ist es schwierig, davon wieder loszukommen. Sofern man es denn überhaupt wollte. Gespielt wird bei den wöchentlichen Treffen, aber auch online. Dies wurde während des Lockdowns speziell wichtig, und inzwischen treffen sich alle aus der Gruppe auch digital. Während der Restaurantschliessungen wurden die Treffen in den privaten Rahmen verlegt. Nun ist man froh, sich wieder wie gewohnt treffen zu können.
Zur Sache
An den Tischen ist es inzwischen ruhig geworden. Die Spielenden haben nicht viel Zeit damit verloren, sich auszutauschen. Bridge ist wichtiger. Für ein Spiel braucht es vier Personen, jeweils ein Paar tritt gegen das andere an. Gespielt wird um Stiche. Dabei wird angesagt, gelegt und gepasst. Konzentration ist gefragt. Jeder hat eine Bietebox bei sich stehen, darin werden die Spielkarten aufbewahrt, es stecken aber auch die verschiedenen Mitteilungskarten darin. Pro Tisch führt jemand Buch über die Spiele. Bei einem Turnier würde in absolutem Schweigen gespielt. Hier hält man sich nicht lange an das Gebot. Am einen Tisch wird über die gelegten Karten diskutiert, am anderen lacht man über einen Zug, am dritten erklärt Esther eine Strategie. Sie spielt schon am längsten. Neben Davos auch beim Club in Chur. Von dort hat sie eine Trainerin organisiert, die im März an drei Mittwochvormittagen einen Bridge-Einsteigerkurs betreuen wird. «Wir brauchen frisches Blut.» Silvia und Roger sind die Routiniers in der Runde. Sie spielten Bridge schon, bevor sie nach Davos umzogen. Hier nutzten sie das Spiel, um sich rasch zu integrieren.