Bettagsmandat 2021
Hochgeachtete Mitbürgerinnen und Mitbürger
Liebe Bündnerinnen und Bündner
Liebe Gäste im Kanton Graubünden
Die letzten knapp zwei Jahre im Zeichen der Covid-Pandemie haben niemanden unberührt gelassen, und dies in allen Ländern und Regionen auf der ganzen Erde. Not und Zorn, Einsamkeit und Unverständnis, Unsicherheit und Ungeduld, Erwartungen und Trauer, Existenzfragen und übergrosse Arbeitsbelastung. Dies und einiges mehr haben diese jüngste Zeit geprägt.
Wer zu Beginn der Covid-Pandemie dachte und hoffte, sie werde sich letztlich nicht so aufwühlend darstellen oder zumindest rasch wieder verziehen, sieht sich heute eines Besseren belehrt. Eine Belastungsprobe ausserhalb jeglicher Norm liegt hinter uns, aber sie ist bei Lichte besehen noch nicht ausgestanden. Niemand von uns weiss, wie deren Entwicklung für die Volksgesundheit längerfristig aussehen wird und welche Folgen und Spuren sie auch für uns als Gesellschaft und für unsere Arbeitswelt und somit für unser soziales und wirtschaftliches Auskommen in der näheren und ferneren Zukunft hinterlässt. Herausforderungen verschwinden nur zum Teil, andere werden bleiben oder entstehen neu. Dass – auch in der heutigen modernen Zeit – nicht alles vorhersehbar und regelbar ist, wird uns derzeit deutlich vor Augen geführt.
Wir sind uns solche Erkenntnisse und Einschätzungen, dominiert von Ungewissheiten und gewisser Ohnmacht, nicht gewohnt. In aller Regel ist unser persönliches Handeln ebenso wie jenes innerhalb der Gemeinschaft und – erst recht – jenes des Staates ein sorgfältig geplantes, umsichtiges Handeln. Wir wollen überlegt und koordiniert vorgehen, wir streben nach Vorhersehbarkeit, Vertrauen, Rechtssicherheit und – letztlich – Sicherheit. Im Staat garantiert dies ein geordneter, uns bekannter demokratiepolitscher Ablauf mit geregelten Aufgaben, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten. Und nicht zuletzt mit einer obersten Kontrolle durch ein Gericht oder einen Entscheid des Volks.