Bär Napa ist gestorben
Im Juni 2020 wurde bei Napa eine Epilepsie diagnostiziert. Ein erfahrener Wildtierspezialist begann eine gezielte Behandlung, um weiteren epileptischen Anfällen vorzubeugen. Vorerst zeigte der Bär, der der erste Bewohner des Arosa Bärenlands war, keine Anfälle mehr.
Nach einer kurzen Besserungsphase erlitt er aber wieder vermehrt Zitteranfälle und musste deshalb zwecks besserer Beobachtung im Innengehege bleiben. Ab September erholte sich Napa erfreulich gut, wie es in einer Mitteilung von Arosa Tourismuss heisst. Er teilte die Anlage wieder gemeinsam mit den anderen beiden Bären, Amelia und Meimo.
Napa war der erste Bär, den die Organisation «Vier Pfoten» aus einer misslichen Haltung befreite und nach Arosa brachte. Bis zu seiner Rettung Ende Oktober 2016 lebte Napa unter schlechten Verhältnissen im heute geschlossenen serbischen Zirkus Corona in der Stadt Srbobran. Das Rettungsteam fand ihn damals in einem winzigen Metallkäfig vor. Im Sommer 2018 durfte er im neuen Bärenschutzzentrum in Arosa einziehen. Auf knapp drei Hektaren artgemässem Naturgehege. Im Frühjahr 2019 bekam Napa dann zwei «Gspänli». Amelia und Meimo, zwei der letzten albanischen Restaurantbären.
Rückfall der Epilepsie
Am 20. Oktober erlitt Napa wieder einen epileptischen Anfall, weshalb die Dosierung der Medikamente wieder erhöht wurde. Die Wirkung war jedoch geringer als zuvor und Napas Wohlbefinden wurde stark eingeschränkt. Das schreibt das Bärenland Arosa in der Mitteilung weiter.
Die Analyse der verantwortlichen Tierärzte habe ergeben, dass weitere Behandlungen mit geringsten Chancen auf Erfolg beschieden seien und dass Napa offensichtlich leide. Deshalb hätten sich die Verantwortlichen dazu entschieden, Napa im Alter von erst 14 Jahren von seinem Leiden zu erlösen.
Entscheid mit Herzschmerz
«Wir sind alle bestürzt und unendlich traurig über diesen grossen Verlust», sagt Pascal Jenny, Präsident der Stiftung Arosa Bären. «Mit Napa haben wir den ersten Aroser Bär mit grosser Ausstrahlungskraft verloren.» Napas Geschichte und seine Verhaltensentwicklung habe die Herzen aller Bärenfreundinnen und Bärenfreunde bewegt, heisst es weiter. Napa werde nun pathologisch untersucht, um die Ursache seines gesundheitlichen Problems herausfinden zu können. «Einen Teil der sterblichen Überreste werden wir in Form von Asche zu gegebenem Zeitpunkt in Arosa verstreuen. Wir planen, nächstes Jahr im Arosa Bärenland einen Gedenktag zu veranstalten.» (so)