Keine Lösung für Hochwang in Sicht
Seit Juni vergangenen Jahres sieht die finanzielle Situation der Sportbahnen Hochwang AG nicht rosig aus (Ausgabe vom 18. Juni 2022). Durch Spenden, den Verkauf von Tageskarten und Saisonabonnements sowie Werbemöglichkeiten konnten 471'221 Franken erwirtschaftet werden, um den Betrieb im vergangenen Winter aufzunehmen, wie es in einer Medienmitteilung der Sportbahnen Hochwang AG heisst.
Der Grossteil des Geldes sei für aufwendige periodische Revision des Sessellifts, für dringend notwendige Erneuerungen am Skilift und weitere unerlässliche Reparaturen verwendet worden. «Kurz vor Weihnachten waren die Bahnanlagen und die Gastronomie bereit, den Winterbetrieb aufzunehmen», heisst es weiter. Nur leider liess der Schnee auch in der vergangenen Saison auf sich warten und somit auch die notwendigen Einnahmen. Deshalb konnten nur der Sessellift, das Hotel, das Restaurant «Tanne» sowie das Bergrestaurant «Triemel» über den Winter öffnen. Der umsatzstarke Skibetrieb sei bis Ende Januar ausgeblieben. Mitten in den Sportferien veranlasste der Verwaltungsrat deshalb die Einstellung des Skibetriebs.
Am Hochwang bleiben die Lifte stehen
Ein Lichtblick trotz ungewisser Zukunft für Hochwang
In einer scheinbar aussichtslosen Lage ist gemäss der Mitteilung das Überwachungsaudit des Bundesamts für Verkehr (BAV) ein kleiner Lichtblick. Der Auditbericht sei positiv ausgefallen und habe dem Team sowie der Anlage eine gute Bewertung gegeben. Nun seien die drei privaten Ankeraktionäre, also Aktionäre, die einen erheblichen Anteil am Unternehmen halten, im Gespräch mit der Gemeinde Arosa und mit Unternehmern aus dem Schanfigg. «Ende April sind die Initianten indessen zur Einsicht gelangt, dass die Zeit für die anspruchsvolle Aufgabe nicht ausreicht, um aus eigener Kraft eine Betriebsorganisation aufzubauen und die Aufnahmen eines Winterbetriebs 2023/2024 sicherzustellen», schreiben die Bergbahnen Hochwang.
Die Aussichten auf einen Skibetrieb für die kommende Saison seien ungewiss, da der Verwaltungsrat und die drei Ankeraktionäre nicht mehr bereit seien, die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen und die Verantwortung für die strategische Führung zu übernehmen. «Dennoch haben die drei privaten Ankeraktionäre und die Gemeinde Arosa der Sportbahnen Hochwang AG weitere beträchtliche Darlehen gewährt, um einen Konkurs abzuwenden und möglichst alle offenen Rechnungen begleichen zu können», heisst es in der Medienmitteilung. Trotz des Darlehens hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Bahnanlagen und das betriebseigene Panoramarestaurant «Triemel» weder diesen Sommer noch in der kommenden Wintersaison in Betrieb zu nehmen. Aufgrund dieser Massnahme können die Kosten gering gehalten und die Zeit dafür genutzt werden, neue Betreiber und Investoren zu finden. Das Hotel «Tanne» sowie die «Panorama-Bar» seien hingegen über den Sommer und voraussichtlich im kommenden Winter geöffnet, teilen die Bergbahnen mit.