Ausserordentliches Pilzjahr in Graubünden
von Manuela Meuli und Nicole Nett
Pilze zu sammeln, ist – unter anderem wegen der sozialen Medien – zu einem regelrechten Hype geworden. Jung und Alt begeben sich in die Wälder, um ein paar Pilze zu pflücken. In diesem Jahr war allerdings alles anders, wie Elvira Zogg, amtliche Pilzkontrolleurin in Chur, Bad Ragaz und Wangs, erklärt: «Der Juli und August waren für die Pilze ein Flop. Aber ab September sind die Pilze gekommen.» Aussergewöhnlich viele Pilze seien plötzlich aus der Erde geschossen, auch wenn der Sommer für sie eigentlich viel zu heiss war. Das sei mit ein Verdienst der Tradition der Schonzeiten in Graubünden, glaubt Marylaure de La Harpe, Biologin beim kantonalen Amt für Natur und Umwelt. «Die Natur ist dank diesem System der Schonzeiten sehr wahrscheinlich resilienter gegenüber dem zusätzlichen Druck der Klimaerwärmung.»
Was ihr beim Pilzesammeln alles beachten müsst, seht ihr im folgenden Sendungsbeitrag:
Wissenswertes über die Pilzernte
Eine Sonderbewilligung, um Pilze zu sammeln, braucht in Graubünden nur, wer über zwei Kilogramm pro Person und Tag oder für den Verkauf sammeln will. Ausserdem darf in Grossgruppen nicht gesammelt werden. Zudem gibt es einige Dinge, die jede Pilzsammlerin und jeder Pilzsammler beachten sollte. Pro Person dürfen maximal zwei Kilogramm pro Tag geerntet werden. Und die Schonfrist jeweils vom 1. bis zum 10. des Monats gilt es zu beachten. «Mehr Pilze findet man auf der Schattenseite eines Tals», weiss Zogg ausserdem. Findet man einen Pilz, sollte dieser von Gras und Erde freigelegt werden. «Rausdrehen ist sehr wichtig», weiss die Kontrolleurin. Danach sollte die fündige Person das Loch wieder mit Erde zudecken. Grund dafür seien die unterirdischen Geflechte, die sonst schnell vertrocknen.