Preisträger sorgen für hinreissende Kostproben
Für den musikalischen Rahmen musste die Kulturkommission der Gemeinde Glarus Nord nicht auf die Suche gehen. Wenn man einen jungen talentierten Jazz-Gitarristen mit einem Förderpreis auszeichnet, bietet es sich an, dass dieser dafür sorgt. Und so konnte das Publikum im gut besetzten Jakobsblick in Niederurnen einen lebhaften Eindruck gewinnen, warum die Gemeinde die musikalische Karriere des 31-jährigen Näfelser Samuel Leipold fördern will. Mit Saxofonist Toni Bechtold spielte er neben zwei Jazz-Standards zwei Eigenkompositionen, die seinen eigenständigen wie eigenwilligen Stil hörbar werden liessen.
Bühne frei hiess es dann erst recht für Preisträgerin Brigitta Schrepfer, die für ihr Lebenswerk mit dem Anerkennungspreis geehrt wird. Mit Maya Brönnimann spielte sie drei Szenen aus ihrer Somafon-Tanztheater-Produktion «Les amuse bouches». Eigensinnig, verspielt und humorvoll setzten die beiden Tänzerinnen mit minimaler Gestik und Bewegung menschliche Gewohnheiten in Szene, dass man sich selbst darin wiedererkannte und immer wieder schmunzeln musste.
Frau, die für den Tanz brennt
Die SRF-Journalistin Barbara Peter hielt die Laudatio für die aus Obstalden stammende Tänzerin, Choreografin und Dozentin. Es sei anspruchsvoll, Brigitta Schrepfers vielgestaltige Tanzkunst in Worte zu fassen. Mit einem Wimpernschlag, mit einer einzigen Bewegung könne sie eine Stimmung wenden. Beim Tanz passiere jeweils ganz viel gleichzeitig, Sprache könne da nur hinterherhinken.
Peter beschreibt Schrepfer als eine Frau, die für den Tanz brenne und diesen zugleich zu reflektieren wisse. Mit viel Gespür und mit nie nachlassendem Interesse erforsche sie mit ausgesprochener Wach- und Offenheit, was die Menschen an- und umtreibe. Menschliche Unzulänglichkeiten rücke sie wohl in den Fokus, doch führe sie diese niemals vor. Als verlässlichen Partner begleite sie in all ihren Stücken der Humor, der oft schon beim Setting mit dabei sei. Denn Lachen öffne nicht nur den Mund, sondern auch das Herz.